Warum Du (vermutlich) kein PCO-Syndrom hast

PCO nach Pille absetzenNach Absetzen der Pille wurde mir blitzschnell die Diagnose PCO gestellt. Meine damalige Frauenärztin wies mich sogleich darauf hin, dass es nun schwierig für mich wäre, je schwanger zu werden (wollte ich zu diesem Zeitpunkt gar nicht) und riet mir daher, wieder die Pille zu nehmen (hab ich aber nicht getan). Seit ich meinen Blog habe, stelle ich immer wieder fest, wie vielen Frauen es genauso nach Absetzen der Pille geht. Aus diesem Grund habe ich Isabel von Generation Pille gebeten, zu diesem Thema einen Gastartikel zu schreiben. Here we go!

Beginnen wir mit der Definition und den Symptomen vom PCO-Syndrom/PCOS:

PCOS ist die Abkürzung für Polyzystisches Ovar-Syndrom oder auch Polyzystisches Ovarial-Syndrom. Dieser Name leitet sich aus einem der Symptome ab: den Zysten.

  • poly ist ein Begriff für „viele, mehrere“

  • zystisch bedeutet „Zysten bildend“

  • Ovar ist der Eierstock, ovarial bedeutet „zum Eierstock gehörend“

  • Syndrom bezeichnet ein wiederkehrendes Muster von Symptomen oder einfach gesagt: eine sichere Diagnose fällt schwer

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Zu den häufigsten Symptomen, mit denen man sich als PCOS-Patientin rumschlagen muss, gehören Zyklusstörungen. Also seltene, unregelmäßige oder ausbleibende Perioden. Außerdem Haarausfall, vermehrte Körperbehaarung und Akne. Diese Erscheinungen lassen sich meist durch ein weiteres Symptom – den erhöhten Androgenen (männliche Hormone) – erklären. Auch die Insulinresistenz stellt in manchen Fällen ein weiteres Problem dar, was oft zu massiver Gewichtszunahme führt. Desweiteren führt das PCO-Syndrom auch zu ausbleibenden Eisprüngen, somit zu einem unerfüllten Kinderwunsch und den im Namen bereits erwähnten Eibläschen, die Zysten genannt werden.

Die richtige Diagnostik ist wichtig!

Ein Syndrom sollte grundsätzlich erst dann final diagnostiziert werden, wenn alle möglichen Ursachen für die vielen Symptome ausgeschlossen wurden. Und genau hier liegt das Problem: Leider sieht die Diagnostik in vielen Fällen nicht so ausführlich aus, wie sie sein sollte. Und so hat man schneller PCOS als man bis drei zählen kann. Ich nenne das gerne Schnellschuss-Diagnostik. Einigen Gynäkologen scheinen nämlich die im Ultraschall sichtbaren Zysten schon auszureichen, um ein PCOS zu diagnostizieren. Doch ganz so einfach ist das nicht!

Für eine korrekte Diagnose bedarf es zweier Schritte: zuerst die Anamnese und dann das Erfüllen der Kriterien mit anschließendem Ausschlussverfahren. In Europa gelten aktuell die Rotterdamm-Kriterien, wobei zwei von drei erfüllt sein müssen, um PCOS vermuten zu können:

  • Amenorrhoe oder Oligomenorrhoe (ausbleibende oder seltene Menstruation)

  • laborchemische oder klinische Hinweise für eine Hyperandrogenämie (= Überschuss männlicher Geschlechtshormone bei der Frau, darunter fällt auch der Hirsutismus, also eine ungewöhnlich starke Körperbehaarung bei Frauen)

  • die „Perlschnurovarien“ im Ultraschall, also die besagten Ovarialzysten (mindestens 12 Follikel je Eierstock)

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Keine Panik!

Selbst wenn man zwei dieser drei Kriterien erfüllt, sollte man noch nicht in Panik verfallen, denn auch dann ist die Diagnose noch nicht gesichert. Für diese Symptome können zum einen viele weitere endokrine Probleme wie beispielsweise Hashimoto (chronische Entzündung der Schilddrüse), das Adrenogenitale Syndrom (eine Stoffwechselkrankheit) oder auch eine Hypophysenschwäche (insuffiziente Ausschüttung der Hormone) verantwortlich sein.

Zum anderen ist es aber auch sehr gut möglich, dass man nach dem Absetzen der Pille durch das entstehende hormonelle Ungleichgewicht die gleichen Symptome wie beim PCO-Syndrom entwickelt.

Doch warum führt das Absetzen der Pille zu diesen Symptomen?

Die Eierstöcke einer jeden Frau produzieren in jedem Zyklus bis zu 12 Follikel pro Seite. Im Idealfall entwickelt sich eines dieser kleinen Freunde zu einem dominanten Follikel, welches größer wird als der Rest und sich auf den Eisprung vorbereitet. Eines springt, der Rest wird absorbiert. Hat die Frau in einem Zyklus keinen Eisprung, bleiben diese kleinen, nicht entwickelten Follikel einfach zurück und sind im Ultraschall als „Zysten“ sichtbar. Zysten im Ultraschall zeigen aber lediglich an, dass keine Ovulation stattfand. Es erklärt nicht, warum es keinen Eisprung gab und auch nicht, ob es im nächsten Zyklus einen geben wird oder nicht.

Wenn man mittels Pille seine körpereigene Hormonproduktion inklusive Eisprung unterdrückt hat, ist es fast normal, dass der Körper und insbesondere die Eierstöcke verlernt haben, was ihre eigentliche Aufgabe ist.

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Das ganze System hat also erst mal Startschwierigkeiten, denn nach dem Absetzen der Pille entsteht zunächst ein komplettes Hormonchaos im Körper, gepaart mit Vitalstoffmängeln und einer sehr wahrscheinlich leicht überlasteten Leber.

Das alles kann dazu führen, dass einige Zeit kein Eisprung stattfindet und die Menstruation erst einmal ausbleibt oder noch unregelmäßig kommt. Selbst das Auftreten von zu vielen männlichen Hormonen lässt sich im Post-Pill-Modus leicht erklären, denn auch die Eierstöcke können, neben den Nebennieren, männliche Hormone bilden. Auch wenn das die gleichen Symptome wie beim PCO-Syndrom sind, so haben sie aber durch das Absetzen der Pille einen anderen Ursprung.

Bei einigen Frauen verschwinden diese unschönen Symptome nach einiger Zeit von ganz alleine, denn vieles regelt sich mit guter Ernährung, Vitaminen und Selbstfürsorge. Andere Frauen wiederum brauchen einen gezielten Anschubs.

Wann ist es PCOS und wann nicht?

Wenn es vor der Einnahme der Pille keine Anzeichen für das PCO-Syndrom gab, sondern es erst nach dem Absetzen vermutet wird, ist es wahrscheinlich nur das vorübergehende Hormonchaos. Bitte schaut dem Arzt bei der Diagnostik genau über die Schulter und traut Euch, auch mal etwas zu hinterfragen. Und wenn Ihr mit dem Arzt nicht zufrieden seid und Euch nicht gut behandelt fühlt, sucht Euch besser einen anderen.

Sollte PCOS korrekt diagnostiziert worden sein, ist das trotzdem absolut kein Grund zu verzweifeln, denn im Gegensatz zur allgemein vorherrschenden Meinung der Gynäkologen gibt es mehr als nur eine Methode, PCOS natürlich und ohne Pille zu behandeln. Hierzu solltet ihr mit einem naturheilkundlich versierten Gynäkologen oder mit einem Heilpraktiker mit Schwerpunkt auf Frauenheilkunde sprechen.

Wie ist Eure Erfahrung mit PCO nach Absetzen der Pille? Wurde Euch das Syndrom auch diagnostiziert? Berichtet davon in den Kommentaren!

 

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Comments

  1. Marie says

    Ich habe PCOS mit 23 diagnostiziert gekriegt und bis dahin nie ein hormonelles Verhütungsmittel genommen aber schon immer einen unregelmäßigen Zyklus. Als Therapie wurde mir dann die Pille verschrieben. Nach dem Absetzen wegen Kinderwunsch kamen leider alle Symptome wieder und ich konnte nur mit Hormonbehandlung schwanger werden. Aktuell bin ich im 5. Monat. Was ich nach der Geburt mache – es soll auf jeden Fall noch ein weiteres Kind folgen – und was ich nach abgeschlossenem Kinderwunsch mache – da bin ich noch unentschlossen. Eigentlich möchte ich ungern bis zur Menopause die Pille nehmen müssen.

    • maggie_m says

      Liebe Marie,

      zunächst einmal: Glückwunsch zur Schwangerschaft! Ich selbst kann aus eigener Erfahrung berichten: Warte einfach mal ab, so eine Geburt verändert ziemlich viel im Körper. Vielleicht ist eine weitere Hormonbehandlung daher gar nicht mehr nötig.

      Alles Gute für Dich/Euch!
      Maggie

  2. Mel says

    Hallo,

    ich bin 26 Jahre alt und ich habe im Juni 2016 die Pille abgesetzt und mir die Kupferspirale setzen lassen. Im November 2016 hatte mein Frauenarzt auch die Vermutung auf PCO aufgrund der vermehrten Anzahl an Eiblässchen im Eierstock (Obwohl ich meine Menstruation einigermaßen regelmäßig bekomme). Im Januar 2017 war dann doch alles OK bei der Ultraschalluntersuchung. Leider habe ich seitdem immer noch mit einer unreinen Haut zu kämpfen. Ist das normal dass es so lange dauert bis sich diese wieder beruhigt?
    Ich hatte mit 15 furchtbare Pickel, die durch die Pille komplett verschwunden sind. Jetzt ist es nicht ganz so schlimm, aber trotzdem unangenehm.

    LG

    • maggie_m says

      Liebe Mel,

      ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung berichten: Meine Haut hat 5 (!) Jahre gebraucht, um sich zu erholen bzw. hatte ich erst nach dieser Zeit „mein“ Rezept dagegen gefunden: http://www.wearetheladies.de/pickel-ade

      Bedeutet aber nicht, dass es bei Dir genauso lange dauern wird, jeder Körper ist da anders.

      Ich wünsche Dir alles Gute!
      Maggie

  3. Francine says

    Ich habe nun seit einem Jahr meine Periode nicht mehr bekommen, nach Absetzen der Pille. Vor 5 Monaten hat es mein Arzt mit der Methode versucht meine Hormone „anzuschubsen“ in dem ich wieder 3 Monate die Pille nehmen sollte. Nach dem absetzen bekam ich bis heute nicht wieder meine Tage. Nun hat mich mein Arzt mit PCO diagnostiziert da ich an meinem Eierstock viele Follikel sitzen habe. Er und sein Kollege sind der absoluten Meinung das dies nur mit der Pille zu behandeln wäre und das wenn ich schwanger werden will nur eine Kortisonvorbehandlung möglich ist. Noch will ich keine Kinder aber ich war entsetzt, denn in ein paar Jahren will ich sicherlich welche. Jetzt hat mein Arzt mich zum Endokrinologen geschickt da ich mich weiger die Pille wieder einzunehmen. Ich fühle mich echt wütend und traurig da ich meiner Meinung nach überhaupt nicht aufgeklärt worden bin was da überhaupt in meinem Körper passiert und welche Alternativmethoden es gibt. Das einzige was mein Arzt mehrfach wiederholt ist : “ Sie sind erst 22. Da will man doch keine Kinder, höchstens in 10 Jahren“ – was weiß er schon ..

    • maggie_m says

      Liebe Francine,

      danke für Deinen Kommentar. Auch mir wurde damals mit Unfruchtbarkeit gedroht, wenn ich nicht wieder die Pille nehme. Aber ich persönlich halte das für Quatsch! Die Pille bekämpft nur das Symptom, nicht aber die Ursache. Sie verschiebt das ganze „Problem“ nur nach hinten, man gerät in einen Teufelskreis.

      Ich würde Dir stattdessen empfehlen den Arzt zu wechseln und ggf. einen Heilpraktiker aufzusuchen, der sich mit dem Thema Zyklus auskennt.

      Alles Gute für Dich!
      Maggie

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