Ovy App im Test

Ovy App im Test: Die neue NFP-Funktion und das Bluetooth-Thermometer

Sag niemals nie: Noch vor wenigen Wochen hätte ich meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass ich niemals mehr die Ovy App im Test haben werde. Wenn Ihr meinen Blog schon länger verfolgt wisst Ihr warum: die Ovy App ist bisher zwei Mal von mir getestet worden und zwei mal durchgefallen. Doch nun habe ich ihr tatsächlich eine dritte Chance gegeben. Warum und wie das Ergebnis bei meinem erneuten Ovy Test ausgefallen ist, lest Ihr jetzt hier.
 

Ovy App im Test: Die Anfrage

Hast Du Lust die neue NFP-Version von Ovy zu testen?

So, oder so ähnlich lautete die Anfrage aus der Ovy-Zentrale an mich. Und ich habe mir tatsächlich drei ganze Tage Zeit genommen mit der Antwort. Denn ich war mir schlicht und einfach nicht sicher. Der erste Impuls war ganz klar NEIN zu antworten. Schließlich hatte ich Ovy bereits im Sommer 2017 sowie Anfang 2018 getestet und beide Male für mangelhaft befunden. Ich hatte eigentlich mit der App abgeschlossen, und wollte mich auf andere Tools konzentrieren.
 
Doch dann habe ich gründlich über das Angebot nachgedacht – und gemerkt: Das Risiko liegt nicht auf meiner Seite, sondern bei Ovy. Die beiden Gründerinnen wissen, ich bin absolut ehrlich in meinen Testberichten, lasse mich nicht beeinflussen von möglichen Partnerlink-Provisionen und bin dazu noch sehr kritisch – vor allem bei einer App, die bereits zweimal bei mir durchgefallen ist. Sie haben somit viel mehr zu verlieren als ich. Daher entschied ich mich für

Ja, ich würde die neue NFP-Funktion von Ovy gern testen

Ovy App im Test: Der Wendepunkt

 
Ovy App im TestUnd hier sind wir nun also, ein paar Monate später, nach zwei erfolgten Testzyklen mit Ovy und der neuen NFP-Funktion. Und ich möchte anders als in anderen Testberichten gar nicht lange um den heissen Brei reden: Ich bin jetzt Ovy-Fan.
 
Waaaaas, wie kommts, werde Ihr Euch sicherlich fragen? Nun, die App wurde GRUNDLEGEND überarbeitet und bietet nun die Auswertung nach den klassischen NFP-Regeln an. Diese kann im Profil unter „Ziel“ eingestellt werden: dort den zweiten Punkt „Zyklusberechnung NFP“ auswählen. Damit steht und fällt aber auch das Ganze, denn die „normale“ Zyklusberechnung kann ich weiterhin nicht empfehlen, hierzu hat sich meine Meinung keinesfalls geändert.
 
Zeitgleich zur neuen NFP-Funktion von Ovy habe ich auch das dazugehörige Bluetooth-Thermometer (*Partnerlink: 15 Euro Rabatt mit dem Code WeAreTheLadies) getestet, zu dem ich in diesem Bericht ebenfalls etwas schreiben werde. Nun erstmal zurück zur Ovy App:
 

Ovy App im Test: Design und Aufbau

 
Am Design und Aufbau der Ovy App hat sich durch die NFP-Funktion nichts verändert, doch damit war ich im ersten Test sowieso recht zufrieden. Ein paar meiner damaligen Kritikpunkte wurden zudem verbessert:
 

  • Der Zervixschleim wird nun korrekterweise als Zervixschleim und nicht mehr als Ausfluss bezeichnet
  •  

  • Unter Periode können nun auch Schmier- und Zwischenblutungen eingegeben werden
  •  

  • Die Temperaturkurve kann nun vergrößert sowie einzelne Zyklen vor und zurück geblättert werden
  •  

 
 
Ich persönlich fände es jedoch nach wie vor besser, alle potenziellen Störfaktoren unter einem Punkt zusammenzufassen (statt Krankheit, Medikamente und Schlaf einzeln) sowie diese automatisch auszuklammern, sobald sie markiert werden. Bisher muss das noch manuell unter „Temperatur ausklammern“ bei der Basaltemperatur erfolgen. Hier besteht die Gefahr bei Nutzerinnen, nicht beide Steps zu machen, sondern nur den ersten, also das reine Markieren eines Störfaktors, nicht aber das Ausklammern.
 
Die Startseite der Ovy App bildet auch im NFP-Modus ein Kreis, jedoch mit einem gravierenden Unterschied: Es wird nun ein eindeutiger Fruchtbarkeitsstatus angezeigt! Ihr bekommt also ein deutliches „Fruchtbar“ oder „Nicht fruchtbar“, kein schwammiges „Mittlere Schwangerschaftschance“ mehr. Well done, Ovy! Eine kleine Verbesserungsmöglichkeit hätte ich jedoch auch hier: Ich finde die grüne Farbe nicht unbedingt vorteilhaft für „Fruchtbar“.
 

Das Bluetooth-Thermometer von Ovy

 
Ovy App im TestGanz neu war für mich das dazugehörige Bluetooth-Thermometer von Ovy. Dieses lässt sich kinderleicht und schnell mit der App koppeln. In der App kann man auch einstellen, ob das Thermometer vibrieren oder piepsen soll oder sogar beides. Ich habe sowohl den Vibrations- als auch Signalton getestet und mir hat Ersteres ein bisschen besser gefallen, wobei der Signalton auch ok ist, da er nur einmal ertönt. Der Akku des Bluetooth-Thermometers hat bei mir übrigens sehr, sehr lange gehalten, nach zwei Testzyklen betrug die Batterieleistung immer noch satte 60 Prozent!
 
Anders als andere Bluetooth-Thermometer misst jenes von Ovy ganze drei Minuten. Hier wird also absolut regelkonform vorgegangen, was ich wirklich vorbildlich finde. Dennoch ist es für mich persönlich derzeit keine (längerfristige) Option, denn ich habe zwei kleine Kinder und nicht die Zeit, so lange liegen zu bleiben. Grundsätzlich ist es aber natürlich ratsam, drei Minuten zu messen, um besonders stabile und ineinander vergleichbare Werte zu erhalten.
 

Ovy App im Test

Wirklich toll & einfach zu steuern: das Ovy Bluetooth-Thermometer

Das Ovy Bluetooth-Thermometer hat eine angenehme, flexible Messspitze und ist intuitiv bedienbar, ich habe nicht mal die Gebrauchsanleitung lesen müssen. Gut ist auch, dass das Bluetooth-Thermometer ausreichend beleuchtet ist – hier ist es sogar ein wenig too much, denn das grelle Licht könnte (meine) Kinder wecken, sodass ich es immer ein wenig verdeckt habe.
 
Die Übertragung der Temperaturwerte an die Ovy App hat fantastisch funktioniert! Ich hatte nicht ein einziges Mal ein Problem damit, ganz im Gegenteil, die Reichweite des Bluetooth-Thermometers ist wirklich erstaunlich weit und gut. Die Werte werden zudem regelkonform gerundet, der Speicherplatz reicht für ganze 30 Messungen. Alles in einem: ein TOP-Bluetooth-Thermometer (*Partnerlink: 15 Euro Rabatt mit dem Code WeAreTheLadies).
 

Die Auswertung des 1. Testzyklus mit Ovy

 
Nun seid Ihr wahrscheinlich zurecht gespannt, wie ich die Auswertung der neuen NFP-Funktion der Ovy App empfunden habe. Kommen wir daher nun zu meinem ersten Testzyklus: Ich habe wie immer an Zyklustag 6 mit der Messung meiner Basaltemperatur begonnen bzw. ausnahmsweise schon vorher zwei Testmessungen an ZT 3 und ZT 4 durchgeführt. Mein Zervixschleim war an Zyklustag 15 regelkonform ausgewertet. Hier ist es übrigens wichtig, täglich eine Schleimqualität einzutragen, da Ovy den Schleimhöhepunkt andernfalls nicht korrekt auswerten kann. Erst nach abgeschlossener Zervixschleimauswertung kann der Eintrag entfallen.
 
Ovy App im Test
 
Meine Temperatur klettert nach der Geburt vor mehreren Monaten immer noch etwas verspätet in die Höhe, aber es wird besser: Meine 1. höhere Messung war an Zyklustag 16. Da jedoch der 3. höhere Wert nicht mindestens 0,2 Grad höher als der Ausgangswert war, musste ein 4. höherer Wert abgewartet werden, der mindestens über der Hilfslinie liegt = Ausnahmeregel 1. Diese hat die Ovy App tadellos berücksichtigt. Meine Temperatur war also regelkonfrom am Abend des 19. Zyklustages ausgewertet. Ovy hat mir allerdings erst ab Zyklustag 20 „Nicht fruchtbar“ angezeigt – hier wird also auf Nummer Sicher gegangen, denn „Abend“ ist ohnehin ein schwammiger Begriff.
 
Ich finde übrigens die grafische Darstellung der Auswertung sowohl in der App selbst als auch im Zyklusreport, den man sich als PDF downloaden kann, sehr gelungen und übersichtlich: Die 6 niedrigen Werte werden numerisch eingezeichnet, die 1. höhere Messung entsprechend mit ehM und einem Dreieck um den Wert herum markiert. Auch hier könnte jedoch die Farbwahl (grün für fruchtbar) missverstanden werden.
 

Die Auswertung des 2. Testzyklus mit Ovy

 
Im 2. Testzyklus habe ich regelkonform die ersten 5 Tage frei bekommen (5-Tage-Regel). Hier war mein Zervixschleim bereits am Abend des 14. Zyklustages ausgewertet. Meine 1. höhere Messung folgte am Tag darauf. Dieses Mal fiel jedoch der 2. höhere Wert unter die Hilfslinie, wodurch Aunahmeregel 2 greift: Der 4. höhere Wert muss mindestens 0,2 Grad höher als der Ausgangswert sein. Das ist an Zyklustag 18 mit 36,80 Grad der Fall, sodass ich ab Zyklustag 19 in der Ovy App als „Nicht fruchtbar“ galt.
 
Ovy App im Test
 
Ovy hat mir also in beiden Testzyklen regelkonform und sogar mithilfe beider Ausnahmeregeln ausgewertet. Das war fast zu schön um wahr zu sein. Ich habe daher noch den Anfang des 3. Testzyklus abgewartet, an dem ich ebenfalls die ersten 5 Tage frei bekommen habe und probeweise Zervixschleim der Kategorie S eingetragen. Dieser hebt die 5-Tage-Regel nämlich auf, es muss sofortige Fruchtbarkeit angenommen werden. Auch das hat die Ovy App richtig angezeigt!
 

Ovy Testbericht: Mein Fazit

 
Ovy App im TestIch bin echt ziemlich baff, was die Gründerinnen von Ovy da geschafft haben: Ihre App wertet im NFP-Modus nun regelkonform nach Sensiplan-Regeln aus, ohne wenn und aber! Das schaffen wirklich nicht viele Apps und ich kann es eigentlich immer noch nicht so richtig glauben: From Zero to Hero!
 
Gepaart mit dem Bluetooth-Thermometer, das ebenfalls vollkommen regelkonform vorgeht indem es drei Minuten misst und die Werte korrekt rundet, ist Ovy ab sofort eine echte Alternative zu myNFP mobile.
 
Natürlich gibt es immer etwas zu meckern, ich würde mir zum Beispiel eine deutlichere Farbwahl für fruchtbar wünschen, eine andere Zuordnung der einzutragenden Körpersignale oder die Möglichkeit, einen entsprechenden Zyklustag per One-Klick aus der Temperaturkurve heraus zu bearbeiten. Aber das sind wirklich nur Kleinigkeiten, über die man bzw. Frau getrost hinweg sehen kann. Denn das Wichtigste stimmt hier einfach: die Auswertung! Daneben ist die App hübsch und intuitiv. Wichtig ist nur: bitte im NFP-Modus verwenden!
 
Die Ovy App ist for free. Auf das Ovy Bluetooth-Thermometer bekommt Ihr vorerst bis Ende des Jahre 15 Euro Rabatt mit dem Code WeAreTheLadies.
 
Abschließend folgt wie immer meine Pro und Contra Liste.
 

Pro Ovy App und Bluetooth-Thermometer

 

    Ovy App im Test

  • regelkonforme Auswertung im NFP-Modus
  •  

  • Übersichtliche Anzeige der Temperaturkurve
  •  

  • eindeutige Fruchtbarkeitsanzeige: fruchtbar oder nicht fruchtbar
  •  

  • Post-Pill-Modus wird unterstützt, somit kann gleich nach Absetzen der Pille gestartet werden
  •  

  • intuitiv bedienbare App
  •  

  • schönes, modernes Design
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  • regelkonforme Messdauer des Bluetooth-Thermometers
  •  

  • blitzschnelle, einwandfreie Übertragung der Temperaturwerte
  •  

  • beleuchtetes Display
  •  

  • Vibrationsalarm statt Signalton möglich
  •  

  • Akku hält sehr lange

 

Contra Ovy App und Bluetooth-Thermometer

 

  • Auswertung nach NFP ist nicht voreingestellt
  •  

  • grüne Farbwahl für fruchtbar unpassend
  •  

  • Störfaktoren sollten automatisch geklammert werden
  •  

  • Daten in der Temperaturkurve nicht anklickbar
  •  

  • Messdauer des Thermometers für Eilige (zum Beispiel Mamas) zu lang
  •  

  • Display ein wenig zu grell beleuchtet

 
 

Habt Ihr noch Fragen zur neuen NFP-Funktion von Ovy? Oder zum Bluetooth-Thermometer? Dann stellt sie gern unten in den Kommentaren!

 
 
 

8 Comments
  • Avatar
    Luisa
    Antworten

    Liebe Maggie, vielen Dank!
    Genau auf diesen Beitrag habe ich gewartet und mir hierfür deinen Newsletter erst gestern abonniert. Heute morgen öffne ich dann mein E-Mail-Postfach und der Beitrag zum Ovy-Bluetooth-Thermometer ist online. Nun kann ich das Thermometer endlich guten Gewissens bestellen (ich wollte unbedingt eines ohne Piepston), natürlich über den Partnerlink ;), und auch die dazugehörige App nutzen, da sie nun scheinbar nach Sensiplan auswertet. Eine Frage hätte ich noch: Wann sollte ich bei der Ovy App nach Absetzen hormoneller Verhütungsmittel (Minipille) mit dem Messen beginnen? Erst mit der ersten echten Regelblutung oder kann man die Abbruchblutung hinterher einfach auf inaktiv setzen wie z.T. bei anderen Geräten?

    28. Oktober 2019 at 11:12
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    Yvonne Hoff
    Antworten

    Hi Maggie,

    Ich habe eine kleine Anmerkung zu deinem tollen Testbericht:
    Du hast geschrieben „ Ich persönlich fände es jedoch nach wie vor besser, alle potenziellen Störfaktoren unter einem Punkt zusammenzufassen (statt Krankheit, Medikamente und Schlaf einzeln) sowie diese automatisch auszuklammern, sobald sie markiert werden“

    Prinzipiell mag das eine gute Idee sein, dass eine Eingabe eines Störfaktors direkt auch die Temperatur ausklammert. Aber gerade wenn man am Anfang von NFP unsicher ist, ob der Störfaktor wirklich einen Einfluss auf meine Kurve hat oder nicht, macht es Sinn nicht gleich auszuklammern sondern ggf. ein paar Tage später, wenn ich merke dass es tatsächlich nur ein Ausreißer war und nicht die 1. hM.

    Ich habe auch den Effekt bemerkt dass manchmal „spät ins Bett gehen“ einen Einfluss auf die Temperatur hat und manchmal nicht. Auch da wäre es doch sinnvoll den Störfaktor zu protokollieren, aber nicht auszuklammern.

    Oder habe ich einen Denkfehler?

    Viele liebe Grüße,
    Yvonne

    28. Oktober 2019 at 16:12
  • Avatar
    Angela Lloyd
    Antworten

    Hi Maggi,

    Danke für deinen tollen Bericht. Endlich eine gute Alternative.. Kaum zu glauben dass die App so die Kurve geschafft hat!! Den Thermometer finde ich klasse (zumindest bis das Pflaster-Thermometer auch zur Verfügung funktioniert :-)) und auch die App klingt interessant ABER ich bin post Geburt und habe meine Periode noch nicht bekommen. Dafür gibt’s leider keine Einstellung in der App. Habe sie runter geladen und komme nicht weiter.. Man kann nur 3 Monaten zurück also kann ich die Geburt nicht als Zyklus Beginn eingeben.. Bei „ich weiß nicht“ müsste man den erwarteten Periodenbeginn eingeben.. Weiß ich leider auch nicht.. Schön wäre eine post Geburt Funktion (mit allen nfp Regeln) und ein Beginn jeder Zeit.. Auch wenn nicht frei gegeben werden kann. Ich weiß das ist Jammern auf hohem Niveau..
    Muss ich meine Periode faken damit ich die App nutzen kann???
    Danke!!
    LG Angela

    29. Oktober 2019 at 12:22
  • Avatar

    Danke für den Artikel! Auch für mich kommt der Testbericht gerade zur richtigen Zeit. Ich möchte einen zweiten Versuch mit natürlicher Verhütung starten (der erste scheiterte an 3 kaputten analogen Thermometern und unregelmäßigem Lebensrhythmus). Was mich noch interessieren würde, ist, wie das Thema Datenschutz von der App gehandhabt wird und wie man den Akku lädt.

    Außerdem ist mir aufgefallen, dass der Partnerlink keinerlei Referenz enthält: https://ovyapp.com/products/bluetooth-basalthermometer Funktioniert er auch so?

    2. November 2019 at 19:49

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