There Will Be Blood: Das Einmaleins der Blutungsarten

Blutungsarten

© Die Menstruationsbeauftragte

Ich erinnere mich noch an einen Frauenarztbesuch vor vielen Jahren, bei dem ich meine Sorge zu meinen Zwischen- oder Schmierblutungen äußerte. „Ja was denn nun?“, fragte meine Ärztin (sehr pampig, weshalb ich sie unter anderem wenig später wechselte). „Zwischen- oder Schmierblutung?“. Hmmm, gute Frage. Keine Ahnung. Ich wusste schlicht und einfach nicht, wo der Unterschied lag. So geht es sicherlich auch vielen von Euch. Daher habe ich die Menstruationsbeauftragte Sarah gebeten zu diesem Thema einen Gastartikel zu verfassen, den sie zudem toll illustriert hat.

Die Monatsblutung/Menstruation/Periode/Regelblutung

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Die Monatsblutung dürfte allen bekannt sein. Sie ist die periodisch wiederkehrende Blutung aus der Gebärmutter, die im Durchschnitt alle 28 Tage stattfindet und ihren Ursprung darin hat, dass Gebärmutterschleimhaut aufgebaut wird, damit sich das heranreifende Ei im Falle einer Befruchtung darin einnisten und zu einem Baby heranwachsen kann. Wenn die Befruchtung nicht stattfindet, wird die Gebärmutterschleimhaut wieder abgebaut und kommt als Regelblutung heraus.

Diese Blutung ist nicht zu übersehen. Sie dauert im Schnitt fünf bis sieben Tage, fängt leicht an, steigert sich zur Mitte hin und wird zum Ende der Menstruation wieder weniger. Die Blutung ist meist dunkelrot bis hin zu bräunlich und enthält neben Blut, Stücke der Gebärmutterschleimhaut und Sekrete, die meist gut erkennbar sind. Anhand dieser Eigenschaften ist es ziemlich leicht, die Monatsblutung von Zwischenblutungen zu unterscheiden.

Die Zwischenblutung

Oft liest man von Zwischenblutung und Schmierblutung zusammen, aber sehr selten wird klar definiert, was denn nun der Unterschied ist, oder ob es sich um ein und dieselbe Blutungsart handelt. Jein. Alle Blutungen, die außerhalb der Monatsblutung auftreten, werden als Zusatzblutung oder Zwischenblutung bezeichnet. Und diese wiederum können als Schmierblutung auftreten (was in den meisten Fällen so ist).

Kurz gesagt: Die meisten Zwischenblutungen sind Schmierblutungen, aber es kann auch Zwischenblutungen geben, die zum Beispiel stärker ausfallen und eine andere Farbigkeit und Konsistenz haben und damit nicht mehr unter den Begriff Schmierblutung fallen.

Der häufigste Grund für Zwischenblutungen sind hormonelle Störungen. Regelmäßig auftretende Zwischenblutungen, die einen festen Zeitpunkt im Zyklus haben, werden meist durch einen Östrogenmangel ausgelöst. Unregelmäßig auftretende Zwischenblutungen haben meist organische Ursachen, eine Krankheit könnte also der Grund sein. Am besten von einem Facharzt abklären lassen!

Die Schmierblutung

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Von Schmierblutungen, auch Spotting genannt, haben die meisten sicher schon gehört. Aber Schmierblutung ist nicht gleich Schmierblutung. Im Allgemeinen bezeichnet man als Schmierblutung einen bräunlichen, eher schleimigen Ausfluss außerhalb der eigentlichen Regelblutung. Diese Blutung tritt normalerweise nur ganz leicht auf und dauert maximal ein bis drei Tage. Die Gründe für Schmierblutungen sind meist hormonelle Störungen während des Zyklus.

Der Unterschied zwischen der Menstruation und einer Schmierblutung ist der, dass sich während der normalen Regelblutung die Gebärmutterschleimhaut komplett löst, was bei der Schmierblutung nicht der Fall ist. Daher auch der Unterschied zwischen Menge, Dauer, Färbung und Konsistenz. Aber was gibt es für verschiedene Schmierblutungen und wie kann ich sie auseinander halten?

Ovulationsblutung:

  • Eine Form der Schmierblutung ist die Ovulationsblutung. Sie kann auftreten, wenn nach dem Eisprung der Östrogenspiegel absinkt und es dadurch zu einer leichten Hormonentzugsblutung kommt.

  • Eine Ovulationsblutung ist eine leichte Blutung von ein bis drei Tagen, sie tritt in der Mitte des Zyklus während des Eisprungs auf. Oft ist diese Blutung mit einem leichten Mittelschmerz verbunden.

  • In der Medizin hat diese Form der Zyklusstörung (auch als Mittelblutung bezeichnet) keinen Krankheitswert. Aber wenn sie häufiger bis hin zu regelmäßig auftritt, sollte der Arzt trotzdem konsultiert werden.

Gelbkörperschwäche:

  • Der Gelbkörper produziert nach dem Eisprung das Gelbkörperhormon Progesteron, das wichtig ist, um die Gebärmutterschleimhaut aufzubauen und eine Schwangerschaft aufrecht zu erhalten. Bei einer Gelbkörperschwäche wird zu wenig davon produziert und die Gebärmutterschleimhaut wird mit zu wenigen Nährstoffen versorgt, was dazu führen kann, dass sich eine befruchtete Eizelle entweder gar nicht einnistet oder es im Falle einer Einnistung zu einem frühen Abort kommt.

  • Frauen mit einer Gelbkörperschwäche haben meist einen unregelmäßigen Zyklus, eine verkürzte zweite Zyklushälfte und Zwischenblutungen in der zweiten Zyklushälfte.

  • Eine Gelbkörperschwäche ist ein sehr häufiger Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch.

+++ An dieser Stelle möchte ich, Maggie, Euch kurz berichten, dass ich zwar keine Gelbkörperschwäche habe, aber dennoch jahrelang zwei Tage vor meiner Periode Schmierblutungen bekam. Ich bin trotzdem ohne Probleme schwanger geworden, also keine Panik! ++++

Durchbruchblutung:

  • Eine Durchbruchblutung ist eine Schmierblutung während der Verwendung von hormonellen Verhütungsmitteln, wie zum Beispiel der Pille. Diese Blutung tritt außerhalb der üblichen Einnahmepause auf. Sie ist eine Sonderform der Abbruchblutung.

  • Die Durchbruchblutung kommt insbesondere bei solchen Präparaten vor, die nicht gut auf den eigenen Hormonspiegel abgestimmt sind. Die Blutung kommt dadurch zustande, wenn das Hormonpräparat zu wenig Östrogen liefert oder wenn es sich um ein reines Gestagenpräparat handelt (Minipille). Durch die zu geringe Menge an Hormonen kann die Gebärmutterschleimhaut nicht lange genug aufrecht erhalten werden und des kommt schon vor der Pillenpause zu Blutungen.

  • Auch bei einem Pillenwechsel kommt es sehr häufig zu Zwischenblutungen, weil der Körper sich erst umstellen und an den neuen Hormonhaushalt gewöhnen muss.

Meistens sind Schmierblutungen harmlos. Sollten sich aber Fieber und Unterleibsschmerzen dazu gesellen, dann sollte man sofort zum Arzt gehen. Das gilt auch wenn nach einer 4-monatigen Eingewöhnungs- oder Umgewöhnungsphase die Schmierblutungen weiterhin auftreten.

Die Abbruchblutung

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Eine Abbruchblutung wird auch eine Hormonentzugsblutung genannt. Sie ist meist etwas kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft als die normale Regelblutung und tritt in der Woche auf, in der die Einnahme der Pille pausiert wird.

Durch die Einnahmepause ist im Körper zu wenig Östrogen und Progesteron vorhanden und die bis dahin aufgebaute Gebärmutterschleimhaut kann nicht mehr aufrecht erhalten werden, es kommt zur Abbruchblutung.

Vielen Frauen denken, sie haben trotz Pille eine „normale“ Regelblutung. Dem ist aber nicht so. Diese „Fake-Regel“ (auch Pseudomenstruation genannt) kommt nur durch den Hormonentzug zustande, der sich einstellt, wenn man die Pille pausiert. Es wird zwar auch Schleimhaut aus der Gebärmutter ausgestoßen, diese ist aber nicht mit der zu vergleichen, die in einem natürlichen Zyklus aufgebaut und nach Nicht-Einnistung des Eis abgestoßen wird.

Zu Abbruchblutungen kann es auch kommen, wenn man andere Hormonpräparate verwendet und absetzt, wie zum Beispiel in den Wechseljahren.

Die Einnistungsblutung

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Wenn eine Eizelle erfolgreich befruchtet wurde, dann nistet sich diese in die Gebärmutterschleimhaut ein, wobei Blutgefäße gering verletzt werden können und so eine Blutung auslösen. Die Einnistungsblutung (auch Nidationsblutung genannt) findet zirka vier bis sechs Tage nach der Befruchtung statt und kann ein frühes Schwangerschaftsanzeichen sein. Es gibt aber auch Frauen, bei denen sie gar nicht auftritt oder so schwach ist, dass sie gar nicht wahrgenommen wird (einige Tropfen oder Schlieren).

Um eine Einnistungsblutung von einer Periode zu unterscheiden, muss man auf Farbe und Stärke achten. Die Einnistungsblutung ist heller und rötlicher, nicht schmerzhaft und meist von kurzer Dauer. Sie kann zwar auch einige Tage andauern, dann bleibt sie aber von der Menge her konstant und nimmt nicht zu, wie die Regelblutung. Die normale Regelblutung kann am Anfang auch hellrot sein, wird aber im Verlauf der Menstruation deutlich stärker, dunkler und bräunlicher.

Zudem ist der Zeitpunkt ein gutes Indiz für die Einnistungsblutung. Sie tritt früher als die zu erwartende Regelblutung auf.

Die Kontaktblutung

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© Die Menstruationsbeauftragte

Eine Kontaktblutung ensteht durch „äußerst rabiaten Geschlechtsverkehr“. Bei manchen Positionen oder bei einer etwas mächtigeren Penisgröße des Partners kann es dazu kommen, dass Gewebe verletzt wird und blutet. Es reicht meistens schon, etwas vorsichtiger und behutsamer beim Sex vorzugehen. Auch bei einer frauenärztlichen Untersuchung kann es zu einer Kontaktblutung kommen.

Das Blut einer Kontaktblutung ist hellrot, klar und flüssig, nicht dunkel und zäh fließend wie bei einer Schmierblutung.

Eine Kontaktblutung ist meist harmlos. Sollte sie aber regelmäßig nach dem Geschlechtsverkehr auftreten oder länger anhalten, das Blut trüb oder die Blutung sehr heftig und schmerzhaft sein, dann ab zum Arzt!

Hast Du noch Fragen zu den verschiedenen Blutungsarten der Frau? Dann stell sie gern in den Kommentaren!

 

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Comments

  1. Marie says

    Danke für diesen interessanten Beitrag!

    Ich fände es schon wichtig noch zu erwähnen, dass häufige Kontaktblutungen bei Geschlechtsverkehr auf eine erhöhte Zellveränderung des Gebärmutterhalses hinweisen können (ihr schreibt ja auch, ab zum Arzt). Es könnte sich dabei um eine Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs handeln. Deshalb sollte man das wirklich nicht auf die leichte Schulter nehmen…

    • maggie_m says

      Liebe Marie,
      danke für Deinen Hinweis. Wie Du schon selber schreibst „hinweisen können“ – daher möchten wir natürlich keine Panik schüren (und die entsteht beim Wort Krebs) und die Diagnose lieber einem Facharzt überlassen.

      Viele Grüße
      Maggie

  2. Simone says

    Danke für diesen ausfühlichen und informativen Artikel! So anschaulich und detailiert hab ich es wirklich noch nie gesehen und gehört. Tatsächlich hab ich mich lange gefragt was denn mit Schmier- oder Zwischenblutung genau gemeint ist…
    Danke!!

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