Wie Du eine auswertbare Temperaturkurve erhältst

TemperaturkurveWieder hat mir eine Frage aus meinem Umfeld die Idee für einen Blog-Post geliefert: „Was bedeutet eigentlich auswertbar und nicht auswertbar?“. Diese beiden Begriffe hast Du wahrscheinlich schon oft gehört und gelesen, wenn Du Dich über natürliche Verhütung informiert hast. Als Anfängerin kannst Du damit aber vielleicht noch gar nichts anfangen.

Und das ist nicht weiter verwunderlich. Denn anhand solcher Begriffe merkt man eben doch, dass  natürliche Verhütung und speziell die symptothermale Methode hochwissenschaftlich sind und mit solchen nicht gerade alltäglichen Begriffen um sich schmeissen. Ich selbst hatte anfangs auch keine Ahnung, was ich mir unter einer „auswertbaren“ und „nicht auswertbaren“ Temperaturkurve vorzustellen hatte. Mittlerweile weiß ich das natürlich – und auch Ihr werdet es schnell merken:

Die auswertbare Temperaturkurve

Im Normalfall, und wenn Du alle Regeln der symptothermalen Methode beachtest, wird Deine Temperaturkurve auswertbar sein. Auswertbar bedeutet nichts anderes als: Du kannst den Zyklus erfolgreich in eine Tief- und Hochpase teilen, erkennst und verifizierst einen Eisprung und kannst Dir anschließend „frei“ geben. Dafür benötigst Du folgendes: Sechs niedrige Werte, auf die erstmalig ein höherer folgt (=1. höhere Messung) sowie zwei weitere Temperaturwerte, die ebenfalls über den sechs niedrigen liegen (=3-über-6-Regel). Dabei muss die 3. Messung mindestens 0,2 Grad höher sein als der höchste der sechs niedrigen Werte (=Ausgangswert).

Sind all diese Faktoren erfüllt, kannst Du Deine Temperaturkurve bzw. den gesamten Zyklus als auswertbar betrachten. In diesem Fall kannst Du Dir regelkonform am Abend der 3. höheren Messung „frei“ geben, und musst ab da bis zum 5. Tag des folgenden Zyklus nicht mehr verhüten. Wenn Du eine der beiden Ausnahmeregeln zur Hilfe nimmst, giltst Du entsprechend ab dem Abend der 4. höheren Messung als unfruchtbar. All diese Berechnungen übernehmen natürlich Verhütungs-App und Verhütungscomputer für Dich.

Ist meine Temperaturkurve auch mit Störfaktoren auswertbar?

Ja, allerdings verschiebt sich mit ihnen die Auswertung eventuell nach hinten. Störfaktoren klammerst Du am besten immer aus, dadurch werden sie nicht mit in die Berechnung einbezogen. Auch diese Differenzierung können viele Apps leisten, außerdem auch der Cyclotest myWay (mit Rabattcode welcome-my-new-life 25 Euro sparen). Wenn Du händisch auswertest, klammerst Du den gestörten Wert ebenfalls aus und tust einfach so, als wäre er gar nicht vorhanden. Ein Beispiel:

Bildschirmfoto 2016-07-08 um 18.48.34In dieser Zykluskurve sind die Werte am 7. und 8. Tag ausgeklammert, weil an ihnen ein Störfaktor vorlag. Für die 3-über-6-Regel werden daher die Werte vom 6. und 9. bis 13. Tag (= 6 niedrige Werte) sowie die Werte an den Tagen 14., 15. und 16. genommen (=3 höhere Werte). Dieser Zyklus ist also trotz Störfaktoren auswertbar und wäre am Abend des 16. Tages abgeschlossen. Dabei habe ich allerdings die Zervixschleimbeobachtung und -auswertung weggelassen.

Ist ein Zyklus auf diese Weise nicht immer auswertbar?

Nein, leider nicht. Und jetzt liest Du auch, warum.

Die nicht auswertbare Temperaturkurve

Wir haben gelernt, dass wenn wir uns an die Regeln der symptothermalen Methode halten und Störfaktoren brav ausklammern, unser Zyklus im Normalfall auswertbar ist. Jetzt aber kommt der Faktor Mensch hinzu: Wir sind keine Maschine, und unser Lebensstil ist nicht immer gradlinig. Wenn wir zum Beispiel mal vergessen, an einem Morgen zu messen, dann fällt dieser Wert aus und die sechs niedrigen Werte für die 3-über-6-Regel sind eventuell nicht vorhanden bzw. verschieben sich dadurch nach hinten. Gleiches gilt, wenn ein Störfaktor lange anhält.

Manchmal kommt es aber auch zu vielen Zick-Zacks in einer Temperaturkurve. Sie entstehen zum Beispiel durch zu unterschiedliche Messzeiten, Reisen oder andere äußere Umstände. Dann wird es mitunter schwierig, überhaupt eine 1. höhere Messung festzustellen. Ich selbst habe das schon erlebt, in einem Zyklus schwankten meine Werte in der Tiefphase zwischen 36,45 und 36,90 Grad. Ich konnte keine 1. höhere Messung verifizieren, da es keine eindeutige Hochphase über 36,90 Grad gab. Wie genau meine Temperaturkurven aussehen, könnt Ihr der PDF-Datei entnehmen, die Ihr bei der Anmeldung zum Newsletter bekommt.

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Was kann ich machen, wenn meine Temperaturkurve nicht auswertbar ist?

Zunächst einmal ist es wichtig, täglich zu messen. Gerade als Anfängerin solltest Du keine Messung ausfallen lassen, zur Not richtest Du Dir in Deinem Smartphone eine Erinnerung ein. Einige Verhütungscomputer haben dafür eine praktische Weckfunktion.

Dann hilft es auf jeden Fall, zur ungefähr gleichen Uhrzeit zu messen. Versucht anfangs ein Zeitfenster von +/- 1 Stunde nicht zu unter- bzw. überschreiten. Wenn auch das nicht hilft, dann müsst Ihr das Zeitfenster leider noch weiter eingrenzen.

Messt immer. Auch wenn Störfaktoren vorliegen. Klammert diese dann aus – das können auch einige Verhütungsapps, und der Cyclotest myWay. Bei anderen Verhütungscomputern dürft Ihr an Störfaktor-Tagen nicht messen.

Misst Du mit einem digitalen Thermometer? Dann ist vielleicht der Umstieg auf ein analoges sinnvoll, denn diese sind oft genauer.

Zu guter Letzt könnt Ihr es noch mit der Verlängerung Eurer Messzeit versuchen. Probiert es mal mit 5 Minuten, vielleicht bewirkt das eine ruhigere Kurve. Alternativ könnt Ihr auch den Messort ändern – aber bitte immer erst im neuen Zyklus und nicht mitten drin.

Ausnahmesituation: Reisen

Äußere Umstände wie Reisen lassen sich natürlich schwieriger vermeiden. Ich selbst war gerade in Lissabon, und obwohl dort nur eine Stunde Zeitunterschied ist, und ich ohnehin immer sehr unterschiedliche Messzeiten habe, hat meine Temperatur am ersten Morgen einen ziemlich ungewöhnlichen Sprung nach oben gemacht – in der Tiefphase. Nun bin ich gespannt, ob ich meine aktuelle Temperaturkurve auswerten kann. Aber falls nicht, wird eben ausnahmsweise mal den gesamten Zyklus über verhütet. Es gibt schlimmeres!

P.S. Nicht nur meine Temperatur, auch meine Haut hat in Lissabon rumgezickt. Gerade erst war ich ja begeistert, wie rein sie geworden war, aber die 5 Tage anderes Klima, andere Luft, anderes Essen, anderes Wasser (viel Chlor) haben wieder zu ein paar kleineren Pickelchen geführt. Doch schon einen Tag nach meiner Rückkehr hat sie sich zum Glück wieder gefangen. Lass dich also von solchen Veränderungen nicht entmutigen, sie sind meist nur temporär.

Welche Erfahrung hast Du mit Deiner Temperaturkurve gemacht?
Oder hast Du noch Fragen? Ab in die Kommentare damit!

 

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Comments

  1. Hannah says

    Liebe Maggie,

    Dein Blog ist echt toll und hat mich motiviert mit meinem letzten Zyklus auch mit der sympthothermalen Methode anzufangen. Einige von den Tipps aus diesem Artikel werde ich wohl im neuen Zyklus versuchen müssen. Meine erste Temperaturkurve war ein einziges auf und ab. Kann die Temperatur auch durch die sommerlichen Temperaturen der letzten Tage „gestört“ sein? Ich hatte insgesamt eine für mich recht hohe Temperatur. Unerklärlicherweise war mein Zyklus nun auch viel zu lang (ich dachte schon, die nächsten Monate kann ich aufs Messen verzichten 😉 ) Ich habe schon den Eindrück, der Aufwand für die natürliche Verhütung steigt, wenn der Zyklus unregelmäßig ist – obwohl es meiner bis ich mit dem Messen angefangen habe gar nicht war 😀 Ich hoffe, meine Motivation steigt wieder. Es ist tatsächlich frustrierend, wenn man nicht direkt auswertbare Temperaturkurven hat.

    Herzliche Grüße
    Hannah

    • maggie_m says

      Liebe Hannah,

      Vielen Dank, ich freue mich riesig, dass Dir mein Blog gefällt!

      Und auch, dass Du nun natürlich verhütest. Anfangs läuft es nicht immer ganz rund, das stimmt.

      Zu deiner Frage: Ja, manchen Frauen reagieren „empfindlich“, wenn sie nachts schwitzen, was sich in einer erhöhten Basaltemperatur am nächsten Morgen niederschlagen kann.

      Du schreibst jedoch, dass es Deine erste Temperaturkurve war, sodass es sicherlich noch viele weitere Faktoren gibt, die das Auf und Ab erklären würden.

      Hast Du vorher hormonell verhütet?

      Wenn Du magst, schick mir Deine Kurve doch gern mal per Mail zu an hello@wearetheladies.de

      Liebe Grüße
      Maggie

  2. Lili says

    Hallo Maggie,

    erstmal vielen lieben Dank für deinen Blog und die ganzen Informationen, die du uns bereit stellst und so anschaulich erklärst! Du konntest schon viele meiner Fragen klären!

    Ich bin 27 und nehme momentan noch die Pille (seit ich 19 bin), möchte sie aber demnächst absetzen und auf die symptothermale Methode umsteigen. Ich bin gerade in meiner Informier-Phase :)
    Mein Plan ist es, mir die Daysy anzuschaffen, da ich mich mit dem Zervixschleim noch nicht ausreichend auseinandergesetzt habe und Angst habe, falsche Werte in die myWAY einzugeben wenn es soweit ist – auch wenn ich mich dann hoffentlich besser auskenne.

    Ich habe eine/zwei kleine Fragen:
    Ich stelle mir unter der Woche den Wecker auf 7 Uhr, bin aber eine typische „Snoozerin“ und stehe erst halb 8 auf. Sollte ich lieber gleich um 7 messen, oder halb 8?
    Am Wochenende wache ich dann meist zwischen 8 und 9 Uhr auf, da habe ich eine ähnliche Frage: Sollte ich gleich messen für den Fall, dass ich doch nochmal schlafe oder einfach noch 1-2 Stündchen schlummere?
    Momentan beginnt meine Abbruchblutung Freitag Abend/Samstag-Nacht. Sollte dies auch bei der normalen Periode der Fall sein, zählt dann schon der Freitag als 1. Zyklustag oder erst der Samstag?

    Ich weiß, das sind komische Fragen, aber über solche Sachen mache ich mir am meisten Gedanken. Ich danke dir jetzt schon für deine Antworten!

    Ich freue mich sehr auf die Umstellung und darauf, meinen Körper besser kennen zu lernen. Dein Blog ist mir dabei eine sehr große Hilfe!

    Sei lieb gegrüßt! Lili

    • maggie_m says

      Liebe Lili,

      vielen Dank für Deinen Kommentar, und Dein Lob: *freu*
      Und: Es gibt keine komischen Fragen!

      Beim Temperatur messen ist es grundsätzlich wichtig, dass Du im gleichen „Modus“ bleibst. Sprich wenn Du ein mal damit anfängst direkt nach dem ersten Aufwachen zu messen, solltest Du den gesamten Zyklus dabei bleiben und nicht plötzlich auf den Snooze-Modus wechseln 😉

      Ich würde Dir als Anfängerin ohnehin empfehlen gleich nach dem ersten Aufwachen zu messen, dann hast Du es erledigt und kannst entspannt weiterdösen. Gleiches gilt für das Wochenende. Wenn Du Dich schon ein wenig sicherer mit der Methode fühlst, dann musst Du es nicht mehr so streng handhaben. Ich selbst messe mal so und mal so, aber einige Frauen sind sehr „störanfällig“ was unterschiedliche Messzeiten betrifft. Hier heißt es daher ein wenig ausprobieren.

      Wenn Deine Periode am Freitag Abend beginnt ist Freitag der 1. Zyklustag. Kommt sie erst nachts, also nach Mitternacht zählt schon der Samstag als 1. Zyklustag.

      Wünsche Dir viel Spaß mit der daysy!
      Alles Liebe

      Maggie

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