Temperatur auswerten

Basaltemperatur auswerten

Werte Deine Temperatur aus!

Ja, es stimmt: Die Auswertung übernimmt der Verhütungscomputer oder die App für uns. Aber trotzdem willst Du doch wissen, warum Du plötzlich grünes Licht bekommst, oder? Nur wenn Du die Methode, die dem Computer oder der App zugrunde liegt, verstehst, wirst Du Dich sicher fühlen! Außerdem solltest Du Dich nicht blind auf die Technik verlassen, sondern Dein kluges Köpfchen einsetzen und immer gegenchecken.


Bitte lass Dich durch diesen Teil nicht entmutigen. Anfangs ist die Auswertung sehr verwirrend und man fragt sich, wie man das alles je verstehen und beherrschen soll. Aber nach ein, zwei Zyklen hast Du den Dreh raus, versprochen!



In diesem Abschnitt lernst Du:


★ Wie man seine Hochphase erkennt
★ Was die 1. höhere Messung ist und wie man sie findet
★ Was es mit der 3-über-6-Regel auf sich hat
★ Welche Ausnahmen es gibt
★ Was Du beachten solltest, wenn Du gerade erst die Pille abgesetzt hast
★ Warum es nach der Temperaturmethode noch weiter geht


Wie schon beschrieben, teilt sich unser Zyklus in eine Tief- und eine Hochphase. Der Eisprung geschieht kurz vor oder beim Anstieg der Temperatur, also beim Übergang von der Tief- in die Hochphase.


Bildschirmfoto 2015-07-15 um 12.55.23

Da wir nur etwa 6 Tage um den Eisprung herum fruchtbar sind, gilt es nun diesen Zeitpunkt zu bestimmen. Und das gelingt Dir, indem Du Deine Temperatur auswertest.

Um eine Hochphase zu erkennen, benötigen wir 6 zusammenhängende Werte aus der Tiefphase, auf die unmittelbar und erstmalig ein höherer Wert folgt. Dieser Anstieg wird 1. höhere Messung genannt (1. hM).


Anfangs wirst Du diesen Wert oft erst im Nachhinein erkennen, aber mit ein wenig Erfahrung weißt Du, wann Dein Eisprung ungefähr stattfindet und achtest in dieser Zeit besonders auf einen Temperaturanstieg.


Die 1. höhere Messung reicht jedoch nicht, um einen Eisprung eindeutig nachzuweisen! Es könnte sich bei ihr ja auch um einen „Aussetzer“ in Folge eines Störfaktors handeln. Aus diesem Grund müssen wir die 1. hM noch verifizieren.

Mit der sogenannten 3-über-6-Regel. Sie besagt, dass Du 3 Werte haben musst, die über 6 niedrigeren liegen. Wie nehmen hierzu folgendes Beispiel:


Bildschirmfoto 2015-07-15 um 13.15.02

Du schaust Dir zunächst die 6 niedrigen Werte an und bestimmst den höchsten von ihnen. Deine 6 niedrigen Werte sind (bereits gerundet):


  • 36,60
  • 36,65
  • 36,70
  • 36,65
  • 36,65
  • 36,60

Danach folgte 36,80, also vermutlich Deine 1. hM. Der höchste der 6 niedrigen Werte ist 36,70. Das ist nun Dein Ausgangswert. Am besten, Du zeichnest Dir eine Hilfslinie durch diesen Wert (die myNFP-App macht das automatisch).


Hast Du nun den höchsten der 6 niedrigen Werte bestimmt, gilt folgendes: Der 3. höhere Wert – also der 2. Wert nach Deiner 1. hM – muss mindestens 0,2 Grad über der Hilfslinie liegen. Ist das der Fall, gilt die Temperaturauswertung als abgeschlossen.


Der 3. Wert, 36,95 Grad, ist bei unserem Beispiel 0,25 Grad höher als unser vorhin ermittelter Ausgangswert 36,70. Damit wäre die 3-über-6-Regel erfüllt, die 1. hM verifiziert und die Temperaturauswertung abgeschlossen.


Ich weiß, das klingt jetzt furchtbar kompliziert! Ich selbst habe die 3-über-6-Regel auch nicht auf Anhieb verstanden, was vor allem daran liegt, dass man keine Übung hat und bisher alles nur Theorie ist. Aber sobald Du mit der Messung und Aufzeichnung Deiner Temperatur beginnst bzw. diese in eine App eingibst, wirst Du schnell sehen, worum es bei dieser Regel geht.


Anfangs hilft es, sich andere Zykluskurven anzusehen und somit einen ersten Blick für die 3-über-6-Regel zu gewinnen. Aus diesem Grund habe ich 5 meiner eigenen Zykluskurven inklusive ausführlicher Auswertung zusammengestellt  – melde Dich einfach für meinen Newsletter an, dann bekommst Du sie sofort zugeschickt. In diesem Post liest Du außerdem, wie Du eine auswertbare Temperaurkurve erhältst.

Ja, es gibt noch zwei Ausnahmeregeln: Die erste besagt, dass Du noch einen weiteren Tag abwarten musst, falls die 3. Messung nicht mindestens 0,2 Grad höher ist. Bei unserem Beispiel wäre das zum Beispiel bei 36,85 Grad der Fall:


Bildschirmfoto 2015-07-15 um 13.24.06

Dieser Wert ist zwar höher als unser Ausgangswert 36,70, aber eben nicht mindestens 0,2 Grad, sondern nur 0,15 Grad höher (jetzt wird Dir vielleicht auch klar, warum wir ein Thermometer mit zwei Nachkommastellen benötigen!)


In diesem Fall wäre also eine 4. Messung erforderlich. Der 4. Wert muss dann nicht mehr 0,2 Grad höher als unser Ausgangswert sein, es genügt wenn er über der Hilfslinie, also über ihm liegt. In unserem Beispiel würden also 36,80 Grad als 4. Wert ausreichen, um die Temperaturauswertung abzuschließen.


Die zweite Ausnahmeregel greift, falls der 2. oder 3. Wert unter oder genau auf die Hilfslinie fällt, in unserem Fall also 36,70 Grad oder weniger betragen würde:


Bildschirmfoto 2015-07-15 um 13.33.46

Dann wartest Du wieder eine weitere, 4. Messung ab – diese muss dann aber definitiv mindestens 0,2 Grad über dem Ausgangswert, in unserem Fall über 36,70 Grad, liegen! Erst dann gilt die Temperaturmessung als abgeschlossen.


Kombinieren darfst Du diese beiden Ausnahmeregeln übrigens nicht. Entweder Du nimmst die eine oder die andere.

Ich selbst habe schon zwei Jahre keine Pille mehr genommen, bevor ich mit natürlicher Verhütung begonnen habe. Solltet Ihr sie aber gerade erst absetzen, geltet Ihr als „Post Pill“. Ihr müsst im ersten Zyklus, in dem ihr natürlich verhüten wollt, nach der üblichen Temperaturauswertung einen zusätzlichen Temperaturwert abwarten, bevor Ihr die Auswertung abschließt. Ihr wendet also quasi eine 4-über-6-Regel an. Der 4. Wert muss nicht unbedingt 0,2 Grad höher als der Ausgangswert sein, es genügt, wenn er über ihm liegt.


Solltet Ihr auf eine Ausnahmeregel zurückgreifen, müsst Ihr ebenfalls einen weiteren, also 5. Tag hinzufügen. Euren Post-Pill-Status behaltet Ihr so lange, bis Ihr eindeutig einen Eisprung, also ein Temperaturhoch und einen Schleimhöhepunkt nachweisen konntet. Mehr dazu hier.


Ich empfehle Euch ohnehin, im ersten Zyklus, den ihr beobachtet und auswertet, durchgehend zu verhüten. Ich selbst habe es auch so gemacht. Man fühlt sich eben nicht sonderlich sicher am Anfang und auch wenn die Methode wissenschaftlich erprobt ist und wunderbar funktioniert, rate ich dringend zu diesem Schritt.

Da die symptothermale Methode nicht nur auf Temperaturmessung und -auswertung beruht, sondern auch auf der Zervixschleimbeobachtung, müsst Ihr Euch noch ein wenig gedulden, liebe Ladies. Und das ist gut so! Denn genau diese Kombination aus zwei Methoden macht die ganze Angelegenheit so sicher. Daher, bitte weiterlesen.


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