Störfaktoren

Alles über Störfaktoren inklusive Beispielkurven

Störfaktoren machen vielen Frauen, die natürlich verhüten möchten, das Leben schwer. Während den meisten durchaus bekannt ist, welche Störfaktoren es gibt, so herrscht doch im Umgang mit ihnen viel Unsicherheit: Wie erkenne ich einen Störfaktor und wann muss ich die Temperatur tatsächlich ausklammern? In diesem Artikel widme ich mich daher intensiv dem Thema Störfaktoren und zeige Euch unter anderem vier echte Beispiele von Leserinnen.
 
Als ich an nur einem einzigen Tag gleich mehrere Zykluskurven von Leserinnen zugeschickt bekommen habe, bei denen es um das Thema Störfaktoren ging, hat es bei mir Klick gemacht: Viele Frauen fühlen sich unsicher mit dieser Thematik. Wann wird geklammert? Wann nicht? Was wird geklammert? Was nicht?
 

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Störfaktoren: Die Definition

 
Auch wenn den meisten klar ist was Störfaktoren sind, möchte ich mich zunächst der Vollständigkeit halber der Wortdefinition widmen, hier zitiere ich aus dem Sensiplan-Standardwerk Natürlich & Sicher (*Partnerlink):

Eine Störung ist ein erhöhter Temperaturwert, der die übliche Schwankungsbreite des Tieflagenniveaus überschreitet und der durch ein Ereignis erklärt werden kann, das als möglicher Störfaktor gilt.

Hier erhalten wir gleich mehrere wichtige Hinweise: Es gibt also eine übliche Schwankungsbreite innerhalb des Temperaturverlaufs und nur wenn diese überschritten wird, ist es eine Störung. Außerdem wird nur in der Tieflage nach Störfaktoren gesucht und ohnehin nur nach jenen Ereignissen, die tatsächlich ein möglicher Faktor sind (und nicht willkürlich nach anderen Ereignissen). Mit Störfaktoren wird dann wie folgt verfahren:

Eine Störung wird ausgeklammert und bei der Auswertung nicht berücksichtigt.

 

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Auch was eine mögliche Störung ist, wird definiert:
 

  • Fehler oder Veränderungen in der Messweise
  •  

  • unterschiedliche Messzeiten
  •  

  • Einflüsse des täglichen Lebens und Abweichungen von den üblichen Lebensgewohnheiten
  •  

  • Erkrankungen und Unpässlichkeiten

 
An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich bisher nur die letzten beiden Punkte als „echte“ Störfaktoren angesehen und in diesem Artikel erwähnt habe, da die ersten beiden für mich absolute Basics darstellen, um die Methode überhaupt erfolgreich durchführen zu können. Ich finde es übrigens beeindruckend, dass es das Wort Unpässlichkeiten nocht gibt 😉
 

Störfaktoren: Die echten Einflüsse

 
Im Folgenden wird im Buch noch auf die einzelnen vier Punkte eingegangen. Demnach wird unter Veränderung der Messweise das Wechseln des Thermometers und/oder Messortes verstanden, ein absolutes No Go für mich wie erwähnt. Beim Thema Messzeit empfehle ich zunächst ein kleines Messzeitfenster zu wählen (max +/- 1 Stunde) und dieses ggf. auszuweiten. Die Erfahrung aber zeigt: Je pünktlicher die Temperatur gemessen wird, desto besser lassen sich die Zykluskurven damit auswerten.
 
Die „echten“ Störfaktoren sind für mich hingegen außergewöhnliche, äußerliche Einflüsse, die die Fachliteratur wie folgt beschreibt:
 

  • zu kurze oder gestörte Nachtruhe
  •  

  • ungewohnt spätest Zubetgehen
  •  

  • ungewohnter Alkoholgenuss
  •  

  • Essen am späten Abend
  •  

  • Feiern spätabends
  •  

  • Stress, psychische Belastung, Aufregung
  •  

  • Umgebungswechsel (Reisen, Ferien, Urlaub, Klimawechsel)

 

Und weiter heißt es:

Selbstverständlich können Erkrankungen, auch in leichter Form, zu erhöhten temperaturwerten führen.

 

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Störfaktoren: Wie damit verfahren wird

 
Da jede Frau unterschiedlich auf mögliche Störungen reagiert, kann leider nicht pauschalisiert werden, wann ein Wert geklammert wird und wann nicht. Grundsätzlich muss also jede Frau zunächst herausfinden, welcher Faktor bei ihr einen ungewöhnlich hohen Temperaturwert verursacht. In der Regel sollte sie jeden Tag aufs Neue entscheiden, ob der gemessene Wert eventuell gestört sein könnte oder nicht. Ich empfehle sich dazu folgende Fragen zu stellen: „Wie fühle ich mich heute? Ist alles normal? War die Nacht ok? Gab es gestern etwas Besonderes?“
 
Es ist wichtig, sich seine Kurve nicht „schön zu klammern“, also nicht beliebig (zu viele) Werte auszuklammern, nur um eine auswertbare Kurve zu erhalten. Hier besteht die Gefahr einer falschen Auswertung, wie folgendes Beispiel einer Leserin zeigt:
 
Störfaktoren
 
Sie hat drei Werte ausgeklammert (Zyklustag 6, 10 und 12). Allerdings ist keiner der ausgeklammerten Werte ungewöhnlich hoch. Auf Nachfrage konnte sie Zyklustag 6 einen konkreten Störfaktor zuordnen, die anderen beiden Werte hat die Leserin jedoch nur geklammert, weil ihr die Zykluskurve zu zackig vorkam. Es handelt sich dabei jedoch keinesfalls um gestörte Temperaturwerte, selbst wenn ein Faktor vorliegen würde, dann würde ich diesen nicht als Störung des normalen Temperaturverlaufs betrachten.
 
Wenn nun also zumindest Zyklustag 10 und 12 nicht ausgeklammert werden, ergibt sich eine ganz andere Auswertung: Die erste höhere Messung wäre nicht mehr an ZT 14, sondern korrekterweise an ZT 16. Der Zyklus wäre sogar gar nicht auswertbar, da weder die 3-über-6- noch Ausnahmeregel 2 erfüllt sind. Vielleicht wird nun deutlich, warum es so wichtig ist, sich nichts schön zu klammern.
 
Stattdessen sollten potentielle Störfaktoren gerade in der Anfangszeit immer notiert werden und erst rückblickend entschieden werden, ob der Wert ausgeklammert wird oder nicht. Wichtig ist tatsächliche, eindeutige Ausreisser auszuklammern und dabei auch, eine gewisse Konsequenz an den Tag zu legen. Bedeutet: nicht ein- und denselben Störfaktor mal zu klammern und mal nicht.
 

Störfaktoren: Beispielkurven

 
Im Folgenden möchte ich Euch drei weitere Zykluskurven von Leserinnen zeigen (natürlich mit ihrer Erlaubnis, aber anonym):
 
Störfaktoren
 
Bei der ersten Kurve hat die Anwenderin drei Werte geklammert (Zyklustag 7, 11 und 14), von denen jedoch zwei zum gewöhnlichen Temperaturverlauf zählen – wir erinnern uns an die Definiton: Eine bestimmte Schwankungsbreite ist durchaus üblich. Nur der Temperaturwert an Zyklustag 14 erscheint ungewöhnlich hoch zu sein und nicht in den normalen Verlauf zu passen. Dieser sollte also geklammert werden, die anderen beiden nicht.
 

 
Die zweite Zykluskurve zeigt eine deutliche, messzeitenbedingte Störung an Zyklustag 12: Im Gegensatz zu den anderen Werten wurde dieser erst um 12 Uhr mittags und nicht wie sonst um 5.30 Uhr gemessen. Die Leserin hat hier korrekterweise geklammert.
 
Störfaktoren
 
Die dritte Zykluskurve ist recht unruhig, es handelt sich dabei um einen typischen Post-Pill-Zyklus. Die Leserin hat zwei Werte geklammert (Zyklustag 20 und 31). Ganz deutlich zu erkennen ist jedoch, dass Zyklustag 31 keinesfalls gestört ist, hier handelt es sich um einen ganz normalen Temperaturverlauf.
 
Zyklustag 20 hingegen ist ein Wackelkandidat: Hier ist die Temperatur zwar höher als an den übrigen Tagen, man sieht aber, dass der Wert an Zyklustag 15 ähnlich hoch war. Hier würde ich mir daher die Frage stellen: Welcher Störfaktor lag an ZT 20 genau vor? Gab es diesen schon mal? Hat er da auch gestört oder nicht? Rein aus dem Bauchgefühl heraus, würde ich diesen Wert vermutlich ausklammern.
 

Störfaktoren: Mein Fazit

 
In der Beratung erlebe ich am häufigsten messzeitengestörte Zykuskurven, bei denen die Lage ziemlich eindeutig ist: Die spät(er) gemessenen Werte stören den Verlauf. Schwieriger herauszufiltern sind alle anderen Störfaktoren. Hier muss immer individuell, aber konsequent entschieden werden.
 
Generell erlebe ich die Tendenz, zu viel und zu schnell zu klammern ohne ersichtlichen Grund, also ohne einen tatsächlichen signifikanten Anstieg der Temperatur. Auch werden häufig Faktoren als Störung deklariert, die gar keine sind. Daher empfehle ich, sich wirklich intensiv mit der Definition auseinander zu setzen, und vor allem als Anfängerin erst rückblickend und mit Bedacht zu entscheiden, ob ein Störfaktor tatsächlich vorliegen könnte oder nicht. Ansonsten besteht die Gefahr, sich die Temperaturkurve schön zu klammern und auszuwerten, obwohl sie ggf. gar nicht auswertbar wäre.
 
Weitere Unsicherheiten bestehen häufig beim Thema Störfaktoren und Medikamente, zu dem ich diesen Artikel verfasst habe.
 

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Hast Du Fragen zum Thema Störfaktoren? Dann schreib sie gern in die Kommentare oder lies weiter:

 
 
 

5 Comments
  • Avatar
    Natascha
    Antworten

    Sehr interessant, dann hatte ich das bisher falsch verstanden! (Ich befinde mich erst im ersten Zyklus.) Danke für die Aufklärung! 😉
    Verstehe ich das jetzt richtig, dass wenn ich 5 Tage krank bin, von den 5 Tagen aber nur ein Wert deutlich höher ist als die Anderen, dass ich dann nur den klammere? Obwohl ich an den anderen Tagen ebenso krank war? Ich hatte jetzt munter alle kranken Tagen rausgeklammert. 😀

    27. Februar 2020 at 19:36
  • Avatar
    Naomi
    Antworten

    Hallo Maggie!
    Mal doof gefragt: Was ist denn die „natürliche Schwankungsbreite“ meiner Kurve?
    Ich tu mir unheimlich schwer damit zu entscheiden, was mich nun stört und was nicht…Manchmal hab‘ ich „Ausreißer“, die mir vorkommen wie gestörte Werte weil es eben ins Bild passen würde..Allerdings sind das meistens Werte, die ich in der Höhe im laufenden Zyklus schon Mal gemessen habe..Ich hab nämlich gelesen, dass auch schon kleinere Abweichungen als gestört bezeichnet werden können..Also auch Werte um 0,05 Grad, wenn er optisch aus der Tieflage rausragt UND einen Störfaktor aufweist…Woher weiß ich denn aber jetzt ob der TATSÄCHLICH stört? Versteht man mein Problem? ^^* Befinde mich im 2. Zyklus PP. Ich weiß, dass man da noch nicht sonderlich viel sagen kann, allerdings gehts bei mir grade um eine eventuelle Auswertung und ich versteh‘ das mit der Schwankungsbreite und den Störfaktoren noch nicht so ganz, also im Zusammenhang. Vllt. geht es ja anderen Ladies ähnlich.
    Sorry für den langen Beitrag! Und danke schon Mal!
    Liebe Grüße

    1. März 2020 at 8:49
      • Avatar
        Naomi
        Antworten

        Danke Maggie! Ich werd Dir eine Mail schicken, dann kann ich dir erläutern was ich so auch im Allgemeinen meine.

        Ja leider ist nirgends hinterlegt, an was man diese Schwankungsbreite erkennt..Denn du musst ja sagen können, wann deine Temperatur normal verläuft und wann es sich um einen Ausreißer handelt, mal abgesehen von den Störfaktoren.

        Danke für die schnelle Antwort und dass Du Dir immer so viel Mühe gibst 🙂
        Liebe Grüße

        2. März 2020 at 12:19

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