Der Zervixschleim

Zervixschleim

Beobachte Deinen Schleim!

So, liebe Ladies, nun kommen wir zu einem interessanten und vielleicht für einige etwas unangenehmen Thema, dem Zervixschleim. Er spielt in Eurem Zyklus eine sehr wichtige Rolle und sollte daher beobachtet und ausgewertet werden. Aber keine Angst – Ihr braucht dafür kein gynäkologisches Fachwissen oder ähnliches. Einfach nur Euch und Eure Aufmerksamkeit.



In diesem Abschnitt lernst Du:


★ Was Zervixschleim ist und wie er sich im Laufe des Zyklus verändert
★ Wie Du Deinen Zervixschleim beobachtest und auswertest
★ Was der Schleimhöhepunkt ist und wie Du ihn findest
★ Welche Sonderregel es gibt
★ Was jetzt noch getan werden muss


Vielleicht geht es Dir so wie mir am Anfang und Du hast keinen blassen Schimmer, was der Zervixschleim überhaupt ist? Vermutlich hast Du auch viele Jahre die Pille genommen und daher von diesem Schleim nicht viel mitbekommen. Zeit, das zu ändern!


Zervixschleim ist ein Sekret, das von Drüsen im Gebärmutterhals gebildet wird. Der Schleim verschließt als Pfropf Eure Gebärmutter, damit keine Bakterien in sie eindringen können.


Zervixschleim ist nicht zu verwechseln mit Erregungsschleim oder mit Ausfluss. Letzterer könnte eine krankheitsbedingte Ursache haben und sollte ärztlich abgeklärt werden.


Während Eures Zyklus verändern sich nicht nur Eure Körpertempeartur und Hormone, sondern auch der Zervixschleim.

Zu Beginn des Zyklus ist (meist) noch kein Zervixschleim vorhanden – und falls doch, erkennen wir ihn aufgrund unserer Periode höchstwahrscheinlich nicht. Wenn es auf die fruchtbare Phase zugeht, wandert der Schleim vom Muttermund zum Scheideneingang, gleichzeitig steigt Euer Östrogenspiegel. Er lässt den Schleim dann weißlich, klebrig oder cremig aussehen. Diesen Schleim bezeichnen wir in der natürlichen Verhütung als S.


Um den Eisprung herum nimmt der Zervixschleim zu. Er verändert auch seine Konsistenz. Sie ist nun dünnflüssiger, klar und spinnbar. Dieser Schleim wird in der natürlichen Verhütung mit S+ abgekürzt, er ist optimal für die Überlebensfähigkeit von Spermien – also auch ein besonders wichtiges Anzeichen, wenn Ihr natürlich verhüten wollt.


Wenn Ihr Euch ein paar Bilder vom Zervixschleim in seinen verschiedenen Stadien ansehen wollt, dann könnt Ihr das unter diesem Link hier tun. Einfach ein wenig runter scrollen und Ihr bekommt einen guten Eindruck davon.

Oh Boy, dieser Teil hat mir vielleicht Kopfschmerzen bereitet! Ich war nicht nur baff, überhaupt Schleim zu haben, sondern hatte auch riesige Bedenken, diesen zu „finden“. Und Lust, irgendwelche gynäkologischen Untersuchungen an mir selbst vorzunehmen, hatte ich auch keine.


Aber, Ladies, ich kann Euch beruhigen: Es ist ja so einfach! Sobald Ihr die Pille absetzt und Euer Zyklus wieder von ganz alleine funktionieren muss, werdet Ihr automatisch auch Zervixschleim „produzieren“. Dieser wandert vom Muttermund zum Scheideneingang und fließt – believe it or not – einfach aus Euch heraus. Das werdet Ihr am häufigsten auf der Toilette merken bzw. am Toilettenpapier sehen. An manchen schleimintensiven Tagen müsst Ihr eventuell eine Slipeinlage tragen. Ihr könnt den Zervixschleim am Scheideneingang abnehmen, oder direkt am Muttermund.


Ein Mal täglich notiert ihr, was ihr seht. Dafür gibt es offizielle Bezeichnungen, hier in absteigender Reihenfolge ihrer Qualität, also vom optimalen Schleim bis zu überhaupt keinem:


  • S+ für wässrigen, glasklaren, spinnbaren Schleim
  • S für dicklichen, weißen, trüben, cremigen, klumpigen Schleim
  • f für feucht
  • t für trocken


Unter diesem Link kannst Du Dir die verschiedenen Schleimqualitäten ansehen (etwas runter scrollen).


Bei jeder Frau ist die Schleimqualität anders. Einige haben zum Beispiel überhaupt keinen S+ Schleim. Wichtig ist, dass Du auf Deinen Körper achtest, genau hinschaust und entsprechend der tatsächlichen Qualität eine Notiz machst.


Es zählt übrigens die jeweils individuell beste Qualität des Tages, d.h. wenn du morgens S festgestellt und eingetragen, abends aber  S+ gesehen hast, änderst Du den Eintrag entsprechend auf S+. Wenn Ihr an einem Tag nichts beobachtet, dann tragt auch nichts ein.

Um unsere fruchtbaren Tage bestimmen zu können, müssen wir nicht nur unsere Schleimqualität notieren, sondern sie auch auswerten.


Dabei gilt: Je besser die Qualität, desto fruchtbarer sind wir. Aber Achtung: Die Annahme darf nicht umgekehrt werden! Das heißt, bloß weil wir keinen „guten“ Schleim haben, sind wir nicht automatisch unfruchtbar.


Um die beste Schleimqualität feststellen und auswerten zu können, suchst Du nun nach dem sogenannten Schleimhöhepunkt.

Der Schleimhöhepunkt ist der Tag mit Deiner ganz individuellen, besten Schleimqualität, auf den drei Tage mit schlechterer Qualität folgen. Ein Beispiel:


Bildschirmfoto 2015-07-14 um 17.55.02

In diesem Beispiel ist der Schleimhöhepunkt an Tag 16, da an Tag 17. bis einschließlich 19. schlechtere Schleimqualität folgte. An Tag 15 wurde zwar auch S+ beobachtet, da am Tag dadrauf jedoch keine schlechtere Schleimqualität folgte, kann der Höhepunkt nicht an Tag 15 sein. Die Zervixschleimbeobachtung würde in diesem Beispiel am Abend von Tag 19 als abgeschlossen gelten.


Vielleicht ist Deine beste Schleimqualität „nur“ S. Dann wartest Du diese und drei weitere Tage mit schlechterer Qualität, in diesem Fall f oder t, ab:


Bildschirmfoto 2015-07-14 um 17.57.20

In diesem Beispiel ist der Schleimhöhepunkt an Tag 17. Die individuell beste Schleimqualität S lag zwar auch schon an Tag 13 und 14 vor, aber da anschließend jeweils keine drei Tage mit schlechterer Schleimqualität folgten, ist der Schleimhöhepunkt erst bei Tag 17 anzusiedeln. Die Schleimauswertung wäre in diesem Beispiel am Abend von Tag 20 abgeschlossen.


Es gibt übrigens eine Sonderregel bei der Auswertung des Zervixschleims, von der ich aber ehrlich gesagt erst vor Kurzem gelesen und die ich somit noch nie angewendet habe. Dennoch möchte ich sie Euch ans Herz legen: Tritt nach abgeschlossener Zervixschleimauswertung, aber vor abgeschlossener Temperaturauswertung wieder Zervixschleim der gleichen Kategorie wie am Höhepunkt auf, so muss mit der Auswertung des Zervixschleimsymptoms neu begonnen werden.


Wenn Du auch nach einer anfänglichen Übungsphase Schwierigkeiten haben solltest, Deinen Zervixschleim zu beobachten und auszuwerten, kannst Du auf diese Alternative zurückgreifen.

Du musst jetzt nur noch die Zervixschleimauswertung mit der Temperaturauswertung in einen Zusammenhang bringen. Wie, das zeige ich Dir auf der nächsten Seite.


Melde Dich zum Newsletter an!

Mit ihm bleibst Du auf dem Laufenden, erhältst Rabatte und 5 meiner eigenen Zykluskurven inklusive ausführlicher Auswertung kostenlos!