Pearl

Pearl im Test: Alles zum neuen Kinderwunsch-Set

Die, die meinen Blog schon länger kennen, wissen: Ich bin kein Fan von Ovulationstests, die per Urin durchgeführt werden. Alle anderen können hier nachlesen, warum ich LH-Tests nicht mag. Dennoch habe ich zugestimmt, Pearl* zu testen: ein Kinderwunsch-Set, bestehend aus App und Urin-Teststreifen. Warum und wie meine Erfahrungen damit waren, lest Ihr nun hier.
 
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ACHTUNG: Pearl ist nur für den Kinderwunsch sowie zur Zykluskontrolle, nicht aber zur Verhütung gedacht. Warum? Steht hier.
 

Was ist Pearl?

 
Pearl
 
Pearl ist ein „Fertility Kit“ aus den USA, das erst seit Kurzem auf dem europäischen Markt erhältlich ist. Dabei handelt es sich um ein Set aus einer App und mehreren Urin-Teststreifen, mit denen zwei Fruchtbarkeitshormone gemessen werden. Die App analysiert diese Werte und gibt in Echtzeit einen Fruchtbarkeitsstatus aus.
 
 
 
 

Welche Hormone werden mit Pearl gemessen?

 
In der Beantwortung dieser Frage liegt auch der Grund für meine Entscheidung, Pearl zu testen: Zusätzlich zum klassischen LH, dem sogenannten luteinisierenden Hormon, wird auch der FSH-Wert bestimmt, das Follikel-stimulierende Hormon. Die Pearl-Kits in den USA enthalten außerdem Teststreifen für den Progesteron-Wert. Dies soll auch bald in Europa folgen. Insgesamt hat mich überzeugt, dass Pearl nicht nur den LH-Wert zur Bestimmung der fruchtbaren Tage heranzieht, sondern eben noch mindestens einen anderen Hormonwert.
 

Wie funktioniert Pearl?

 
Nachdem die App von der Nutzerin eingerichtet wurde, zeigt sie jeden Tag an, ob die Messung von LH und/oder FSH erforderlich ist. Entsprechend muss das Hormon mithilfe des Morgenurins gemessen werden. Anschließend erfolgt das Abfotografieren des Teststreifens in der App, sowie auch die Markierung der eingefärbten Balken. Wie genau das funktioniert, kann in einem Video auf der Website eingesehen werden.
 
Mit Hilfe des individuellen Hormonmusters kann Pearl dann die fruchtbaren Tage und den Eisprung voraussagen und bestätigen:
 
Pearl
Wer erfahren möchte, wie genau die beiden Hormone FSH und LH den Zyklus regulieren, kann dies hier tun.
 

Pearl: Packaging und Lieferumfang

 
PearlIch habe Pearl in einem sehr frühen Stadium getestet und kann daher nur bewerten, was ich zu diesem Zeitpunkt erhalten habe: In einem schönen, schlichten Karton kamen je 15 FSH- und LH-Teststreifen, zwei Schwangerschaftstests sowie ein Auffangbehälter für Urin. Nicht enthalten war der „Strip-Holder“, mit dem die Teststreifen direkt in den Urinstrahl gehalten werden können. Die Pakete werden nun aber mit Strip-Holder ausgeliefert.
 
Nicht enthalten war außerdem so etwas wie eine richtige Bedienungsanleitung. Stattdessen mehrere, zusammengefaltete Flyer in englischer Sprache: viel Text, extrem kleine Schriftgröße und sehr unübersichtlich. Ich hoffe, dass sich das nun geändert hat und Pearl eine ordentliche Bedienungsanleitung in deutscher Sprache mitliefert. Auch ein Quick Guide wäre nicht schlecht, damit Nutzerinnen eine erste Orientierung haben, was für die Inbetriebnahme zu tun ist.
 

Inbetriebnahme von Pearl

 
Tja, da saß ich nun vor meinem Pearl-Kit und hatte keinerlei Ahnung, wie ich überhaupt damit beginnen konnte. Also lud ich mir zunächst die App herunter und trug meine persönlichen Daten ein. Anschließend registrierte ich mein „Fertility Kit“ mithilfe eines im Paket enthaltenen QR-Codes. In der App fand ich dann auch eine Anleitung, wie ich Pearl korrekt verwende, leider bisher nur auf Englisch. Aber auf der Website ist diese jetzt in Deutsch verfügbar. Es fehlt wie gesagt eine verständliche, deutsche Bedienungsanleitung im Paket direkt.
 

Pearl: Aufbau der App

 
PearlDie App besteht aus drei Bereichen: Im ersten können die Fertility Kits bestellt und registriert werden, im zweiten sind alle Zyklusdaten und Messungen enthalten, im dritten die Anleitung sowie Regulatorisches. Das Herzstück ist somit der zweite Bereich, auf den ich nun näher eingehen möchte:
 
Kalenderübersicht:
 
Hier werden Perioden, fruchtbare Tage und der Eisprung für vergangene Zyklen und den aktuellen Zyklus markiert. Dies geschieht sehr übersichlich. Leider startet die Übersicht beim ersten Aufruf nicht beim aktuellen Monat, sondern im September 2019, sodass ich zunächst runter scrollen muss. Ich denke, dies wird in Zukunft behoben.
 
Zyklusübersicht:
 
Die Übersicht besteht aus einer Zeitleiste im unteren Bereich, in der Zyklustage, das Datum, die jeweils zu nutzenden Teststreifen (blau für FSH, rosa für LH) sowie Blutung und Eisprung vermerkt sind. Über der Zeitleiste wird der Fruchtbarkeitsstatus anhand einer Blüte angezeigt: ist sie rosa und verschlossen ist Frau unfruchtbar. Sobald die fruchtbare Phase beginnt, öffnet sich die Blüte langsam und färbt sich violett, bis sie schließlich vollkommen geöffnet ist und die App „sehr fruchtbar“ anzeigt. Anschließend beginnt sie sich wieder zu schließen.
 

 
Diese Darstellung finde ich sehr, sehr gelungen und mal was anderes, schön! Es dauert jedoch ein wenig, bis man die Handhabung dieses Bereichs „erlernt“ hat, die Usability ist nicht besonders gut. Auch sind Texte teilweise abgeschnitten und nicht zu lesen.
 
Über das Plus-Zeichen in der Zeitleiste können die Periode und erfolgter Geschlechtsverkehr eingegeben sowie die Messungen erfasst werden. Hier gibt es ein paar fehlende Übersetzungen aus dem Englischen.
 

 
Messungen:
 
PearlIn diesem Bereich werden die eigentlichen Messwerte gespeichert und auf einer Skala dargestellt. Auch hier beginnt der Bereich in der Vergangenheit (bei mir Mitte Januar) und man muss zunächst auf „Current Cycle“ klicken um zum aktuellen Zyklus zu kommen. Umständlich.
 
Für mich waren die Diagramme besonders spannend zu verfolgen, da ich bisher noch nie mit Hormontests gearbeitet habe und gespannt war, wie Pearl daraus mein fruchtbares Zeitfenster berechnet (dazu später mehr).
 
 
 
Einstellungen:
 
PearlHier hätte ich mir mehr erwartet: An persönlichen Daten steht hier lediglich mein Geburtsdatum. Es fehlen zum Beispiel der Beginn meiner letzten Periode, Daten zur durchschnittlichen Zykluslänge usw. Außerdem auch die Möglichkeit meinen Account zu löschen.
 
Desweiteren können Nutzerinnen in diesem Bereich Push-Benachrichtigungen von Pearl inklusive Wunsch-Uhrzeit einstellen, was ich vor allem für den Punkt „Testen“ wichtig fand, da ich mich anfangs noch sehr daran gewöhnen musste, dies täglich zu tun und es so (nicht ein einziges Mal) vergaß. Meine Kinder sind übrigens absolute Frühaufsteher, wie Ihr jetzt deutlich sehen könnt 😉
 

Anwendung von Pearl

 
Pearl (*Partnerlink: 10 Prozent Rabatt mit dem Code LADIES10) wird gestartet, sobald der Zyklus, also die Periode beginnt (Achtung: Schmierblutungen zählen immer zum vorherigen Zyklus). Bei mir war das am 8. März 2020 der Fall. Sobald ich meine Periode in der Pearl App vermerkte, konnte ich sehen dass es bereits an Zyklustag 2 mit der ersten Hormon-Messung losgehen sollte. Ui, damit hatte ich gar nicht gerechnet. Mit dem Messen der Basaltemperatur beginne ich nie vor Zyklustag 6. Aber gut, lässt sich natürlich einrichten: Ich legte mir bereits am Abend den Auffangbecher für Urin sowie den benötigten Teststreifen (blau = FSH) im Badezimmer zurecht.
 
Am nächsten Morgen pinkelte ich also in den Urinbecher. Nach zwei Schwangerschaften – in denen an jedem Kontrolltermin bei der Gynäkologin ein Urintest erforderlich war – kein Problem mehr für mich. Ich glaube jedoch, der Strip-Holder hätte es mir noch einfacher gemacht.
 

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Anschließend wird der Teststreifen für 5 Sekunden in den Urin gehalten, hier bitte unbedingt die maximale Höhe, also Markierung beachten. Nun muss der Streifen für mindestens 10-15 Minuten trocknen. Dafür kann in der App ein Timer eingestellt werden, was ich praktisch finde. Danach wird der Teststreifen abfotografiert und die zwei eingefärbten Balken markiert: Das findet alles innerhalb der App statt und hier wird die Nutzerin vorbildlich durch alle Steps geführt, wie auch im Video zu sehen ist.
 
Für mich war es dennoch ungewohnt und ich musste das Handling zunächst erlernen. Nach etwa drei, vier Tagen klappte es aber schon viel besser.
 
Nachdem die Messergebnisse auf diese Weise gespeichert wurden, muss nichts weiter getan werden. So verfährt Frau nun jeden Tag. Ab Zyklustag 8 kam bei mir zusätzlich zur FSH die LH-Testung hinzu (rosa Streifen), ab Zyklustag 17 wurde nur noch der LH-Wert erfasst und ab Zyklustag 23 gar kein Hormonwert mehr.
 

Pearl: Die Auswertung

 
Ich war natürlich MEGA gespannt wie zuverlässig Pearl meine fruchtbaren Tage bestimmen würde. Zum Abgleich werde ich an dieser Stelle meine Zyklusdaten und -kurve aus der Ovy App heranziehen, da ich diese parallel zur Anwendung mit Pearl geführt habe.
 
PearlDen ersten fruchtbaren Tag markierte mir Pearl an ZT 12 (im Kalender der 19. März). An diesem Tag hatte ich Zervixschleim der Kategorie S festgestellt. Am kommenden Tag schwang dieser zu S+ um. Diesen Tag gab Pearl als „sehr fruchtbar“ an, was also auch mit meiner Wahrnehmung zusammen passte. Pearl wertet übrigens NICHT den Zervixschleim aus, es gibt auch keine Möglichkeit diesen einzutragen.
 
„Sehr fruchtbar“ war ich auch die zwei kommenden Tage, also an ZT 14 und 15, wobei sich die Blüte an ZT 15 schon ein wenig schloss. Auch das passte zu meinem Zervixschleim, der an ZT 14 erneut der Kategorie S+ und an ZT 15 der Kategorie S zuzuordnen war.
 
Ursprünglich sagte mir Pearl den Eisprung für ZT 14 oder 15 voraus, verschob diesen aber im Laufe der Testungen auf ZT 16 (= der 23. März). Hier habe ich deutlich gemerkt: Pearl arbeitet in Echtzeit und berücksichtigt tatsächliche Messungen und nicht einfach nur Kalenderdaten. Super!
 
ZT 16 markierte mir Pearl „nur“ noch als fruchtbar – auch das ist korrekt, denn die zwei fruchtbarsten Tage finden vor dem Eisprung statt. An ZT 16 hatte ich keinerlei Zervixschleim mehr, und habe nur f eingetragen.
 
Ab ZT 17 war die Blüte gänzlich geschlossen, also keine Fruchtbarkeit mehr vorhanden. Kommen wir nun zum Abgleich mit meiner Basaltemperatur:
 
Ovy Kurve
Während mein Zervixschleim schon an ZT 17 ausgewertet war, kletterte meine Basaltemperatur erst an ZT 18 in die Höhe und war mithilfe der Ausnahmeregel 1 am Abend des 21. Zyklustages ausgewertet. Ich bin mir aber sicher, dass der Eisprung bereits zwischen dem 13. und 16. Zyklustag stattgefunden hat, so wie es mein Zervixschleim und die Ergebnisse der Pearl App bestätigen. Der verspätete Temperaturanstieg ist typisch für mich seit ich meine zweite Tochter vor etwas über einem Jahr geboren habe. Und auch die Auswertung per Ausnahme ist bei mir zur Regel geworden.
 
Insgesamt bin ich absolut überzeugt davon, wie Pearl ausgewertet hat und total überrascht, dass dies schon im 1. Zyklus so zuverlässig erfolgt ist.
 

Pearl: Die Schwachstelle

 
PearlVorab: Nobody’s perfect! Aber wie Ihr wisst bin ich sehr kritisch gegenüber Zyklustools und beleuchte diese immer mit all ihren Vor- und Nachteilen. Daher möchte ich auch in diesem Testbericht nicht die Schwachstellen von Pearl verschweigen. Neben der noch fehleranfälligen und nicht besonders benutzerfreundlichen App ist mir das enorme Müllaufkommen aufgefallen, das mit Pearl anfällt. Jedes Teststäbchen ist einzeln verpackt und beinhaltet noch eine kleine Tüte Kieselgel, die Feuchtigkeit fernhalten soll.
 
Nicht nur die Teststäbchen sondern auch die Verpackungen wandern also in den Müll. Pro Zyklus sind das derzeit 30 (!) Stäbchen, 30 (!) Verpackungen und 30 (!) Tüten Kieselgel. Wenn noch der Hormontest zum Progesteronwert hinzukommt, wird es entsprechend noch mehr Müll.
 
Das sehe ich sehr kritisch und würde mir daher eine andere, umweltfreundlichere Lösung wünschen.
 

Mein Fazit zu Pearl

 
PearlInsgesamt bin ich positiv überrascht von Pearl (*Partnerlink: 10 Prozent Rabatt mit dem Code LADIES10). Da ich keinerlei Erfahrungen mit klassischen LH-Tests hatte, wusste ich nicht was auf mich zukommt. Und ja, ich musste die Handhabung zunächst erlernen, mich vor allem daran gewöhnen, die Testung des Morgenurins in meine Routine einzubauen. Doch das hat erstaunlich schnell und gut geklappt – dabei helfen auch die Erinnerungsnachrichten von Pearl. Ebenso musste ich mich an das Abfotografieren der Tests und die App im Allgemeinen gewöhnen.
 
Diese ist leider noch recht fehleranfällig und bedarf der Überarbeitung. Auch die Usability der App könnte verbesset werden. Die Auswertung jedoch hat mich überzeugt! Schon im ersten Testzyklus hat mir Pearl meine fruchtbare Phase korrekt eingegrenzt.
 

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Ich würde Pearl vor allem denjenigen Frauen empfehlen, die bisher auf LH-Tests gesetzt und dabei Schwierigkeiten in der Deutung der Ergebnisse hatten. Mit Pearl haben sie nun einen zuverlässigen Partner an ihrer Seite, der eine exakte Analyse der Messungen durchführt und darüber hinaus auch den FSH-Wert (und bald das Progesteron) ermittelt, was eine höhere Trefferquote bedeutet.
 
Nutzerinnen sollten sich jedoch bewusst sein, dass mit Pearl ein hohes Müllaufkommen entsteht, das nicht zeitgemäß und daher verbesserungswürdig ist.
 

Hast Du noch Fragen zu Pearl? Dann stell sie gern in den Kommentaren oder lies weiter:

 
 
 

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