Natürliche Verhütung in den Wechseljahren

Nachdem ich bereits darüber geschrieben habe, ob und wie die symptothermale Methode in der Stillzeit und als Teenager angewendet werden kann, kommt nun ein Artikel über eine weitere besondere Lebensphase: die Wechseljahre.

 

Die Informationen zu diesem Artikel habe ich hauptsächlich aus folgenden Quellen:

 

Das Wichtigste zu Anfang: Bis ein Jahr nach der letzten Regelblutung (= Menopause) sollte Frau verhüten. Denn es können in diesem Zeitraum immer noch spontane Eisprünge auftreten. Erst wenn ein Jahr lang keine Menstruation stattgefunden hat, kann Frau davon ausgehen nicht mehr fruchtbar zu sein. Durchschnittlich reicht die Spannweite der letzten Menstruation von Mitte 40 bis 60 Jahre.

 

Was sind die Wechseljahre?

 

Die Wechseljahre erstrecken sich über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren und zeichnen sich durch das allmähliche Nachlassen der Eierstockfunktion aus. Die weiblichen Hormone fahren in diesem Zeitraum Achterbahn was zu Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Nervosität, Schlaflosigkeit, Herzrasen und sogar Angstzuständen und depressiven Verstimmungen führen kann (aber nicht muss).

 

Auch wenn die Fruchtbarkeit einer Frau ab 40 Jahren rapide sinkt, darf dennoch nicht angenommen werden, sie sei gar nicht mehr vorhanden. Daher ist es wichtig, auch während der Wechseljahre zuverlässig zu verhüten. Dafür hält die symptothermale Methode spezielle Regeln bereit, zu denen wir in diesem Artikel kommen werden.

 

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Wodurch zeichnen sich die Wechseljahre aus?

 

Allgemein zeichnet sich der Beginn der Wechseljahre durch eine zunehmende Vorverlagerung des Eisprungs und damit durch Verkürzung der Zyklen aus. Später kann es dann vermehrt zu unregelmäßigen Zyklen und Zyklen ohne Eisprung kommen.

 

Auch der Zervixschleim verändert sich während der Wechseljahre. So verringern sich die Tage mit guter Zervixschleimqualität, während Tage gekennzeichnet von Trockenheit vermehrt auftreten. Doch auch während dieser trockenen Phasen kann vereinzelt guter Zervixschleim vorhanden sein – das wird dann in jedem Fall schon als Anzeichen für Fruchtbarkeit gewertet.

 

Neben diesen Veränderungen sind auch die Menstruationsblutungen in den Wechseljahren anders. Sie werden zum Beispiel unregelmäßiger, stärker oder länger. Auch Zwischenblutungen können nun vermehrt auftreten. Im Zweifel sollte hier immer ein Arzt aufgesucht werden.

 

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(Wie) funktioniert natürliche Verhütung in den Wechseljahren?

 

Für diese besondere Zeit gibt es bei der symptothermalen Methode ein paar Sonderregeln. Solange sich die Zyklen aber normal auswerten lassen muss nichts weiter beachtet werden. Erst wenn es zu vielen unregelmäßigen Zyklen kommt, die nicht mehr auswertbar sind, und/oder vermehrt zu Zyklen mit fehlenden Temperaturanstiegen und ohne Eisprung (monophasische Zyklen) werden die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage nur anhand des Zervixschleims bestimmt:

 

  • Wenn kein Zervixschleim gefühlt oder gesehen wird (ø) sowie bei Trockenheit (t) wird Unfruchtbarkeit angenommen

Wichtig ist den gesamten Tag über zu beobachten und sich dann ggf. erst am Abend „frei“ zu geben.

 

  • Wenn Zervixschleim auftritt (S oder S+) oder Feuchtigkeit (f) empfunden wird, wird sofortige Fruchtbarkeit angenommen

  •  

  • Die unfruchtbare Zeit beginnt erst am Abend des 4. Tages nach dem Schleimhöhepunkt (und nicht schon am 3. wie bei den „normalen“ Regeln).

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  • An diesem 4. Tag muss außerdem t oder ø beobachtet worden sein

  •  

  • Sollte am 4. Tag wieder Zervixschleim vorhanden sein, wird weiterhin Fruchtbarkeit angenommen und ein neuer Höhepunkt bestimmt

  •  

  • Blutungen ohne vorausgegangene Temperturhochlage werden als fruchtbar gewertet

  •  

Spezialfall: Pille vor den Wechseljahren

 

Mich erreichen hin und wieder E-Mails von Frauen, die über 40 sind, die Pille nehmen und gern auf natürliche Verhütung umsteigen würden bzw. fragen ob das überhaupt noch möglich und sinnvoll sei, so kurz vor oder bereits in den Wechseljahren.

 

Durch die Einnahme der Pille und die künstlich hervorgerufene Abbruchblutung wissen diese Frauen nicht, ob sie sich vielleicht schon nach der Menopause befinden (und somit keine Verhütung mehr nötig wäre). Diese Frage lässt sich leider erst beantworten wenn die Pille abgesetzt und abgewartet wird ob noch regelmäßige Blutungen auftreten. Erst wenn 1 Jahr keine Regelblutung stattgefunden hat, kann davon ausgegangen werden, dass die Menopause vorüber ist.

 

Da es jedoch nicht unüblich ist, dass Frauen nach dem Absetzen der Pille (ob jung oder alt) zunächst ohnehin keine „echte“ Blutung haben und der Körper sich noch erholen und einpendeln muss, empfiehlt sich der Gang zum Gynäkologen. So kann der Post-Pill-Zustand nicht mit der Menopause verwechselt werden.

 

Insgesamt ist es aber natürlich möglich, den Zyklus anhand der Basaltemperatur und des Zervixschleims nach dem Absetzen zu beobachten, egal in welchem Alter. Ausgewertet werden sollte dann nach Post-Pill-Regeln.

 

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Spezialfall: Verhütungscomputer in den Wechseljahren?

 

Auch diese Frage bekomme ich ab und zu gestellt. Lohnt es sich noch einen Verhütungscomputer anzuschaffen? Funktioniert der überhaupt in den Wechseljahren? Diese Frage beantwortet der Hersteller der daysy wie folgt:

Ja, das kannst du, denn auch während des Überganges ist Daysy zuverlässig. Falls der Eisprung nicht stattfindet, oder verzögert stattfindet, wird Daysy dir vermehrt rote oder gelbe Tage anzeigen.

Der Hersteller des myWay schreibt hingegen auf seiner Website:

Angewendet werden kann der Zyklusrechner sinnvoll nach Vollendung der Pubertät bis zum Eintritt ins Klimakterium (=Wechseljahre)

Hier wurde sicher nicht umsonst das Wort „sinnvoll“ gewählt – die Anwendung des myWay ist, so wie ich es verstehe, auch während der Wechseljahre möglich, nur eben eventuell nicht sinnvoll aufgrund von monophasischen und unregelmäßigen Zyklen.

 

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Ich persönlich würde nicht empfehlen, sich speziell für die Wechseljahre oder eben kurz davor einen Verhütungscomputer anzuschaffen. Die Gefahr nicht auswertbarer Zyklen ist zu hoch. Stattdessen würde ich empfehlen ein gewöhnliches Basalthermometer zu kaufen plus eine gute App zu laden und den Zyklus auf diese Weise zu beobachten. So werden die Investitionskosten gering gehalten.

 

Abschließender Tipp für Frauen in den Wechseljahren

 

Meine Lieblingsfrauenärztin DocDodo hält zum Thema Wechseljahre einen Online-Kurs bereit, hier entlang.

 

Schreib Deine Meinung gern unten in die Kommentare! Oder lies weiter:

 

3 Comments
  • Moya
    Antworten

    Hallo, danke für die Hinweise! Bei mir läuft zwar noch alles ganz regelmäßig, aber ich bin immer hin doch 49… Der Zervixschleim ist nicht mehr so da wie früher… Übrigens sind die Wechseljahreserscheinungen wie Hitzewallungen u.ä. vor allem psychosomatisch! In anderen Kulturen haben Frauen das ehr nicht. Hängt wohl mit unserem Jugendkult zusammen, dass wir ein Problem mit den Veränderungen haben….

    28. März 2018 at 13:53
    • maggie_m
      Antworten

      Liebe Moya,

      Vielen Dank für Deinen Kommentar und den Link – ich bin ganz baff. Hab ich wirklich nicht gewusst!

      Liebe Grüß
      Maggie

      29. März 2018 at 15:04

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