Als Teenager natürlich verhüten?

Teenager natuerlich verhuetenPuh, ich gebe zu, mit dem Thema Teenager und natürliche Verhütung habe ich mich extrem schwer getan. Ich wollte ursprünglich schon viel früher darüber schreiben, habe ein wenig recherchiert und das Thema dann schnell wieder verworfen und gedanklich weit, weit nach hinten geschoben. Doch dann kam die Frage über eine Facebook-Gruppe: Geht das auch schon als Teenager? und ich versprach mich einzulesen und zu berichten. Das ist dabei rausgekommen:

Es gibt keine eindeutige Antwort.

Ich weiß, das ist wenig erfreulich, ich selbst hätte mir auch mehr Klarheit gewünscht. Aber ich habe weder den Hinweis „Nein, geht nicht“ noch „Klar, kein Problem“ gefunden. Auch gibt es im NFP-Standardwerk Natürlich & sicher kein eigenes Kapitel speziell zu diesem Thema, ebenso wenig wie Sonderregeln zur Auswertung wie es sie in der Stillzeit, nach Absetzen der Pille oder in den Wechseljahren gibt. Mithilfe des Stichwortverzeichnisses des Buches habe ich unter „Pubertät“ folgende Einträge gefunden:

Es ist ganz normal, dass der Zyklus in der Pubertät sich oft erst „einspielen“ muss. Nach der Menarche, der ersten Blutung, kommt die Periode bei vielen jungen Mädchen noch ganz unregelmäßig, manchmal schon nach drei Wochen, dann vielleicht erst wieder nach sechs oder acht Wochen.

Und weiter:

Besonders in der Pubertät und in den Wechseljahren, aber auch in der Stillzeit und nach Absetzen der Pille ist es völlig normal, wenn die Eireifung unterschiedlich schnell in Gang kommt.

Unter dem Punkt Monophasische Zyklen, also solche, bei denen kein Eisprung stattfindet und keine Temperaturhochlage auftritt, steht:

Monophasische Zyklen finden sich bevorzugt in denselben Lebensabschnitten wie schon bei den verlängerten Follikelphasen bzw. verkürzen Gelbkörperphasen beschrieben wurden, also in der Pubertät, den Wechseljahren, nach einer Schwangerschaft und in der Stillzeit und nach Absetzen homoneller Verhütungsmittel.

Klar ist eigentlich nur eines: die Pubertät ist eine besondere Phase

Mit diesen Hinweisen ist eigentlich nur klar, dass die Pubertät eine besondere Lebensphase darstellt und die Zyklen in dieser Phase nicht immer „normal“ verlaufen. Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass natürliche Verhütung daher erst nach der Pubertät empfohlen wird, aber die Quelle konnte ich nun nicht mehr finden. Auch auf myNFP.de steht leider nichts zu diesem Thema. Was mich jedoch aufhorchen lässt: Im Arbeitsheft zum Praxisbuch Natürlich & sicher gibt es Zyklusbeispiele von der Pubertät bis zu den Wechseljahren. Das impliziert: Natürliche Verhütung ist als Teenager möglich.

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Und genau dieser Meinung bin ich auch. Ich würde jedoch nicht pauschal behaupten, dass jedes junge Mädchen natürlich verhüten kann. Es ist viel mehr eine ganz persönliche Motivations- und Einstellungssache: Ist der Teenager bereit, sich täglich mit seinen Körpersymptomen auseinander zu setzen? Hat er die Motivation, die Methode zu erlernen? Ist er zuverlässig und organisiert genug, täglich an die Messung der Basaltemperatur zu denken? Kann er in der fruchtbaren Phase auf Sex verzichten oder eine sichere Barrieremethode richtig verwenden?

Können myWay und daysy in der Pubertät verwendet werden?

Eventuell können hier Verhütungscomputer wie der myWay oder die daysy hilfreiche Unterstützung leisten (dennoch sollte die Methode vorab erlernt, verstanden und der Zyklus aufmerksam mitverfolgt werden). Der myWay-Hersteller selbst empfiehlt den Computer jedoch erst nach Vollendung der Pubertät, auf der daysy-Website habe ich hingegen folgenden Vermerk gefunden:

Generell ist zu sagen, dass Daysy benutzt werden kann, sobald man im geschlechtsreifen Alter ist.

Gleichzeitig wird auf die benötigte regelmäßige Anwendung hingewiesen, doch das ist ohnehin klar, denke ich.

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Fazit zum Thema Teenager und natürliche Verhütung:

Ich persönlich glaube, dass natürliche Verhütung weniger eine Alters- als viel mehr eine Motivationsfrage ist. Dennoch stelle ich es mir in jungen Jahren schwierig vor, ein Zyklusblatt gewissenhaft zu führen bzw. eine Verhütungs-App so zu verwenden, dass sie sicher ist, denn in dieser aufregenden Zeit gibt es einfach andere, wichtigere Dinge. Noch dazu erschweren unregelmäßige und monophasische Zyklen eventuell die Auswertung bzw. verlängern die fruchtbare Phase, was zu Frustration führen könnte. Zu natürlicher Verhütung gehört generell ein wenig Disziplin und Selbstverantwortung sowie eine gewisse Einarbeitungs- und Übungszeit. Ich glaube, mit 17 Jahren (als ich die Pille verschrieben bekam) hätte ich es durchaus geschafft, mit 14 eher nicht.

Nun habe ich ja selbst eine kleine Tochter, die noch lange nicht in die Pubertät kommt. Aber eines Tages wird sich auch ihr die Frage stellen: wie verhüten? Die Pille oder ein anderes hormonelles Verhütungsmittel möchte ich ihr definitiv nicht empfehlen, aber so früh schon eine Kupferspirale oder -kette einzusetzen sehe ich auch eher skeptisch. Vielleicht wäre die daysy tatsächlich eine gute Lösung. Vielleicht gibt es bis dahin eine noch bessere.

Welche Verhütungsmethode empfiehlt ihr Euren Töchtern? Glaubt Ihr, natürliche Verhütung ist in der Pubertät tatsächlich möglich?

 

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Comments

  1. Eva says

    Ich glaube, es gibt deswegen keine konkrete Antwort zu dem Thema von der AG NFP, weil niemand Schuld sein möchte, wenn es zu einer Teenager-Schwangerschaft kommt.
    Wie du schon sagtest und wie auch anhand der eher vagen Aussagen der AG NFP erkennbar ist, ist eine Beobachtung und korrekte Auswertung in jedem Alter prinzipiell möglich und das sehe auch ich so.
    Aber da eben nicht jede Jugendliche so verantwortungsvoll ist, sich immer genau an die Regeln zu halten bzw. sich einfach nicht ständig damit auseinandersetzen möchte, posaunt man lieber nicht in die Welt, dass NFP auch in der Pubertät funktioniert.
    Sonst fangen nachher einige Mädels eher halbherzig an und werden dann ungewollt schwanger.
    Auch spielen die Partner der Mädels eine gewisse Rolle. Die könnten vielleicht auch mal die Mädchen dazu überreden, es auch in der unsicheren Phase ohne Kondom zu machen und ein paar mal geht das vielleicht auch gut. Aber irgendwann schlägt es dann doch mal ein.
    Dann lieber sagen, dass das noch nichts für Jugendliche ist, als nachher einen schlechten Ruf für die Methode zu riskieren.

    • maggie_m says

      Liebe Eva,
      danke für Deinen Kommentar. Ich finde Deine Gedanken zum Thema sehr interessant und plausibel. Dass außerdem auch der Partner eine Rolle spielt, habe ich ganz vergessen zu erwähnen – stimmt natürlich absolut!

      Viele Grüße
      Maggie

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