Warum ich den i-Button & trackle nicht vorstelle

i-button & trackle

Als Bloggerin bekommt man die absurdesten Kooperations-Anfragen. Mein Best-of beinhaltet den Vorschlag einen Artikel über die Pille danach, Dating-Apps und Online-Apotheken zu schreiben. Hä? Da hat wohl jemand nicht verstanden, worüber ich hier eigentlich blogge. Daneben bekomme ich aber auch seriöse und passende Anfragen. Unter anderem schrieben mir die Hersteller des i-Button und trackle. Dennoch habe ich diese Koops abgelehnt. Und hier erzähle ich Euch warum.

Was ist überhaupt der i-Button?

Vielleicht seid Ihr über dieses Tool schon bei Euren Recherchen gestolpert, ich habe davon das erste Mal in den sozialen Netzwerken erfahren. Der i-Button, der eigentlich EndoTherm Basal heißt, ist ein kleines, knopfförmiges Thermometer, das die Basaltemperatur im Schlaf misst. Der Sensor wird in eine Kappe verpackt und vor dem Schlafengehen vaginal eingeführt. Morgens wird er wieder entfernt. Der Sensor muss zur Auswertung per Adapter an einen PC angeschlossen werden – und hier liegt schon das erste Problem, das ich mit ihm habe: Mein Ziel ist es, natürliche Verhütung so einfach wie nur möglich zu gestalten. Und nicht nur das: Ich möchte auch anderen Frauen zeigen, wie einfach es geht. Dafür gibt es mittlerweile so viele coole Tools. Doch ein Thermometer, das 1. abends eingeführt und 2. am PC ausgewertet werden muss, erscheint mir alles andere als einfach zu sein.

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Hinzu kommt der satte Preis von 180 Euro aufwärts. Ich weiß, Verhütungscomputer kosten noch mehr. Aber sie sind All-In-One-Geräte, sprich übernehmen sowohl das Messen als auch auswerten, und erfordern kaum Aufwand. Außerdem sind sie (zumindest die daysy und der myWay) auch was das Design betrifft, ansprechend – es gibt wohl kaum ein Tool, was so unsexy wie der i-Button ist.

Gibt es auch Vorteile?

Sicherlich. Viele Frauen, die im Schichtdienst arbeiten, schwören auf den i-Button. Denn sie sind damit nicht an eine feste Aufwachzeit gebunden. Auch Mütter von kleinen Kindern erzielen mit dem Messsensor oft bessere Ergebnisse, also auswertbare Kurven, als mit einem üblichen Basalthermometer (ich hingegen nutze die daysy, siehe hier, mit der ich ebenfalls ganz flexibel messen kann). Nichtsdestotrotz erachte ich die Handhabung als viel zu kompliziert und habe mich daher – trotz des Angebots, eine Provision pro verkauftem Gerät zu bekommen – entschieden, den i-Button nicht in meine Tools-Liste aufzunehmen.

Und was ist mit dem trackle?

Auch der trackle erfasst die Basaltemperatur vaginal im Schlaf. trackle besteht aus einer Kapsel, die in medizinisches Silikon gegeossen ist, und hat außerdem eine kleine Schlaufe, die beim Entfernen helfen soll. Dazu gibt es eine Basisstation, die den Sensor wieder auflädt und die Daten an eine App überträgt. In diese können auch weitere Parameter – ich nehme an Zervixschleim, Störfaktoren und Co. – eingegeben werden.

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Die trackle-Erfinder haben erfolgreich Geld durch eine Crowdfunding-Kampagne gesammelt, um den trackle auf den Markt zu bringen. Wann es dieses Tool geben wird ist jedoch unklar. Auch wenn der trackle optisch sicherlich ansprechender als der i-Button und durch die automatische Datenübertragung an eine App auch etwas praktischer in der Handhabung ist, kann ich mich mit ihm nicht so recht anfreunden.

Falsche Fakten, hohe Folgekosten

Die Entwicklerin impliziert nämlich, dass natürliche Verhütung & gezielte Kinderwunschplanung nur durch die Messung der Basaltemperatur im Schlaf möglich ist – völliger Quatsch! Natürliche Verhütung funktioniert wunderbar, indem morgens die Temperatur gemessen wird, und ja, auch die Planung einer Schwangerschaft ist selbstverständlich auf diese Weise möglich. Sicherlich kann trackle für einen bestimmten Personenkreis (Frauen, die im Schichtdienst arbeiten, stillen etc.) interessant sein, aber für Otto-Normal-Verbraucher sehe ich überhaupt keinen Vorteil (im Gegenteil: Was bitte ist an der vaginalen Tragweise einfacher als die morgendliche Messung?).

Und die Kosten sind enorm. 248 Euro für ein Basisset (Sensor + Station), was ja noch ok wäre. Doch der Sensor muss jedes Jahr ausgetauscht werden: für läppische 99 Euro. Das finde ich eine absolute Frechheit und Geldmacherei!

UPDATE: Im Kommentar von Dorothee werden weitere, interessante Aspekte aufgezeigt, die ebenfalls gegen den trackle sprechen, siehe unten.

Was haltet Ihr vom i-Button und trackle? Würde Euch so ein Tool tatsächlich helfen? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare.

 

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Comments

  1. says

    Moin, Maggie,

    Danke, Danke, Danke! Du spichst mir aus der Seele, wenn auch aus teilweise anderen Gründen.

    Wenn Frauen gerne über Nacht intravaginal messen, wegen Schichtarbeit oder sonstwas, gerne. Aber bitte auch eigene Verantwortung, denn NFP, was nun wirlich wissenschaftlich bestens untersucht ist, geht immer von der morgendlichen Basaltemperatur aus.

    Wenn mir jemand in einem Crowd-Funding-Werbe-Video aber vollmundig erzählt, erstens: morgens Messen sei kompliziert und mühsam (OKAAAAY) und dann „Wir haben einen Pearl-Index von 0,4!“, werde ich mißtrausch. Kein Geld um das Ding alleine auf den Markt zu bringen, aber schon mal eine große Studie mit vielen Frauen über mehrere Monate finanziert um ausreichend Daten für eine seriöse Errechnung des Index zu haben? Passt nicht!

    Entweder gibt es eine Mini-Studie an einzelnen Probandinnen.. (hab die ganze Website durchforstet, kein Hinweis gefunden wie der Pearl-Index zustande kommt) oder jemand schmückt sich mit fremden Federn, das heißt übernimmt die Werte von Sensiplan oder ähnlichem. Aber kein Wort darüber, das Äpfel mit Birnen verglichen werden, demnach vermute ich es wurden einfach Daten von anderen Messzeitpunkten extrapoliert. Hmmm, klar schicke Werbevideos die ankommen sollen werden nicht notwendigerweise mit Fachwissen unterfüttert. Aber wenn sich auf einer gesamten Website überhaupt kein Hinweis fndet….

    Lieben Gruß aus dem sonnigen Norden
    Dorothee

    • maggie_m says

      Liebe Dorothee,

      danke für Deinen Kommentar und die informativen Hinweise. Deine Gründe habe ich bisher gar nicht in Betracht gezogen – stimme Dir da aber absolut zu! Ich setze einen entsprechenden Hinweis in den Artikel.

      Viele Grüße
      Maggie

  2. Tschui says

    Hallo Maggie!

    Ich musste gerade sehr schmunzeln, als ich von der unsexy Optik des i-Button gelesen hab :-) Da kann ich dir wirklich nur recht geben. Erinnert mich optisch ein Bisschen an ein Aufbewahrungssystem für Knopfbatterien.

    Außerdem war ich jetzt auf der Seite von trackle. Ganz subjektiv muss ich sagen, dass es mir GERADE gefällt, meine Temperatur selbst in meine App einzutragen, nachdem ich sie in der Früh gemessen hab. Auch, dass ich den Zervixschleim selbst beobachte, gibt mir das Gefühl, unabhängig von irgendeinem Dritten zu sein, der mir dann sagt, was Sache ist. Ich weiß es durch meine Beobachtung und das eintragen immer selbst ganz genau. Für mich gehört das zu diesem Selbstbestimmungsgefühl dazu, das ich durch die symptothermale Methode gewonnen hab. Ich möchte das nicht mehr hergeben dafür, dass mir dann erst wieder dieses“ selbst beobachten und somit bestimmen“ abhanden kommt. Ich kann natürlich nur für mich sprechen, kann daher Argumente in eine andere Richtung auch verstehen. Am Rande frag ich mich aber auch ein Bisschen, was ist, wenn der Partner in der Nacht heimkommt und spontan Romantik aufkommt? DIESES Szenario kommt mir dann doch komplizierter vor als in der Früh einfach die Temperatur zu messen…

    Liebe Grüße, tschui

    • maggie_m says

      Liebe Tschui,

      danke für Deinen Kommentar.

      Ja, Du hast absolut recht, die Spontanität beim Sex wird durch den trackle sicherlich gehemmt. Noch ein Grund ihn nicht zu kaufen 😉

      Alles Liebe
      Maggie

  3. says

    Ich kommentiere normalerweise nicht auf deinem Blog, aber diesmal muss ich es als NFP
    Berater tun – weil es wirklich krass ist was du in diesem Artikel machst.

    Du vergleichst den trackle mit dem iButton – das ist unsinnig.

    Der iButton ist ein Messgerät für die Temperatur. Der trackle ein Zykluscomputer – also etwas ganz anderes.

    Auch kann ich der Kritik von Dorothee Struck nicht zustimmen. Der iButton kann wirklich eine Sicherheit von 0,4 erreichen. Denn die Sicherheit der Studie von Petra Frank-Herrmann zur symptothermale Methode aus dem Jahr 2007 bezieht sich auf Anwenderinnen – die die symptothermale Methode in einem Kurs erlernt haben und die entsprechende Literatur „Natürlich und sicher” gelesen haben. Das schließt die Anwendung des iButtons als Temperaturmessgerät nicht aus. Umfragen aus dem NFP Forum zeigen das etwa 7% der NFP Anwenderinnen – den iButton verwenden – das ist ganz schön viel – findest du nicht.

    Der trackle ist dagegen ein nicht geprüfter Zykluscomputer, der sich mit fremden Zahlen schmückt und behauptet so sicher wie die symptothermale Methode zu sein – obwohl er nur die Temperatur misst und einen ganz anderen Algorithmus für die Bestimmtung der fruchtbare Tage nutzt. Das ist was völlig anderes als der iButton – der zu einer wissenschaftlichen fundierten Methode angewendet werden kann.

    Der iButton hat seine Berechtigung – er kann störungsfrei die Temperatur messen. Was sowohl bei Schichtarbeit, in der Stillzeit bei der Messung mit kleinen Kindern, bei PCOS oder Zyklusbesonderheiten oder auch direkt nach dem Absetzen der Pille – wo die Zyklen ja bekanntlich nicht immer einfach auszuwerten sind – ein enormer Vorteil sein kann. Die Kosten sind berechtigt – wenn man bedenkt das der iButton für Frauen mit den erwähnten Kriterien eines der besten Temperaturmessgeräte auf dem Markt ist. Kein Zykluscomputer der Welt kann störungsfrei messen. Außerdem sollte dir als Expertin nicht entgangen sein – das der iButton ein Medizinprodukt ist – das bedeutet das jährlich Millionen für die Zertifizierung bereit gestellt werden müssen. Ähnlich wie bei Zykluscomputern – daher ist es berechtigt und nachvollziehbar – das die Kosten in diese Bereich liegen.

    Ich gebe dir Recht das der iButton bisher noch etwas umständlich anzuwenden ist – aber einer Bluetooth und USB Übertragen der Messwerte in die LadyCycle App und eventuell auch andere Apps wird gearbeitet. Dafür soll eine Pilotstudie gemacht werden. Mehr findet man bei Google unter Mission Freeway.

    Aus meiner Sicht ist der iButton eines der zukunfsfähigesten Erfindungen in der NFP und könnte bald zum wichtigsten werden – wenn es richtig angegangen wird. Das heißt wirklich dabei herauskommt das die Temperatur über Nacht störungsfrei gemessen und in eine App in sekundeschnelle via Bluetooth oder USB übertragen werden kann. Dann ist der iButton
    wirklich mehr Wert als viele Zykluscomputer auf dem Markt – die eben nicht störungsfrei messen können und daher fehleranfällig sind gerade wenn sie nur die Temperatur als Fruchtbarkeitszeichen nutzen. Wie es zum Beispiel der von dir beworbene Daisy, Pearly etc. tut.

    Schade, dass du so ein tolles Gerät wie den iButton mit so viel Potential mit dem trackle vergleichst und dessen Bedeutung für die Frauen in Schichtarbeit, Stillzeit mit kleinen Kindern, PCOS und anderen Zyklusbesonderheiten nicht sehr kann. Gerade auch bei Kinderwunsch hat der iButton ein großes Potential. Wirklich sehr sehr schade – das du dieses nicht erkennen kannst und ihn in eine Ecke tust – wo er meiner Ansicht nach nicht hingehört.

    • maggie_m says

      Lieber Marcus,

      normalerweise bedanke ich mich immer für einen Kommentar – da Du aber weder eine Anrede verwendet noch mit Deinem Namen unterzeichnet hast, lasse ich meine Höflichkeits-Floskel auch weg.

      Ich bin mir nicht sicher, wie Du darauf kommst, ich würde vergleichen, denn dieser Blog-Post ist kein Vergleichsartikel. Ich stelle lediglich zwei Produkte vor, die ich eben nicht auf meiner Website vorstellen möchte. Und ziehe nur an zwei Stellen einen Vergleich: dem Messort und dem Design.

      Aber selbst wenn ich daraus einen Vergleichsartikel gemacht hätte, dann nennt sich das redaktionelle Freiheit und ist nicht verboten – krass oder?

      Ich würde den trackle außerdem nicht als Zykluscomputer bezeichnen. Er ist nur ein Thermometer (so wie beispielsweise auch der Wink), das die Daten per Bluetooth an eine App überträgt. Ein Computer ist für mich aber ein All-In-One-Gerät.

      Mag sein, dass der iButton regelkonform ist und für viele Frauen gut funktioniert (wobei ich 7 Prozent jetzt nicht als viele bezeichnen würde), aber mir ist das ohnehin ziemlich wurscht: Das Teil gefällt mir einfach nicht und daher möchte ich es auch nicht meinen Leserinnen empfehlen.

      Und zukunftsfähige Erfindungen sind für mich der Wink, Ovy oder Ava, nicht aber so ein – pardon – hässliches und umständliches Teil wie der iButton.

      Viele Grüße
      Maggie

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