Die häufigsten Fehler, die bei natürlicher Verhütung gemacht werden

FehlerFehler. Wir alle machen sie. Und eigentlich ist das auch nicht schlimm. Das doofe ist nur: Bei natürlicher Verhütung kann der eine oder andere Fehler zu einer ungewollten Schwangerschaft führen, also ziemlich große Auswirkungen haben. Daher stelle ich Euch nun die größen Fehlerquellen vor, die mir bisher in sechs Monaten We Are The Ladies begegenet sind:

1. Fehler, der bei natürlicher Verhütung gemacht wird: Falsches Thermometer

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Ausschließlich Thermometer verwenden, an denen zwei Nachkommastellen ablesbar sind!

Ich kenne das selbst: Man liest sich alles über natürliche Verhütung durch und möchte am liebsten sofort damit starten. Ein Thermometer haben wohl die meisten ohnehin im Haus, also warum nicht schon mal damit anfangen? Nein, liebe Ladies, bitte macht das nicht. Es handelt sich dabei nämlich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein gewöhnliches, digitales Thermometer mit nur einer Nachkommastelle – für die symptothermale Methode aber sind zwei Nachkommastellen unerlässlich! Warum? Weil eine Stelle einfach zu ungenau ist. Betrachten wir zum Beispiel mal die Werte 36,6 und 36,8 Grad. Dazwischen liegen 0,2 Grad, richtig? Wenn wir aber nun mit zwei Nachkommastellen messen, ergeben sich vielleicht 36,65 und 36,80 Grad. Nun ist die Differenz um 0,05 Grad geschrumpft. Und 0,15 Grad sind definitiv zu wenig, um einen Temperaturanstieg eindeutig nachweisen zu können.

Bei der symptothermalen Methode kommt es auf wenige Zehntel Grad an. Daher ist die Investition in ein geeignetes Thermometer (und das Warten bis dieses eintrifft) absolute Voraussetzung, diese sicher zu praktizieren. Ihr könnt alternativ ein analoges Thermometer wählen, ich empfehle das Geratherm Basal*. Auch an ihm werden zwei Nachkommastellen abgelesen. Bleibt die Skala also bei 36,7 stehen, notiert Ihr Euch: 36,70 Grad. Bleibt sie zwischen 37,3 und 37,4 stehen ist der Wert: 37,35 Grad.

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Durch die vielen Zuschriften habe ich gemerkt, dass einige Frauen jedoch Probleme beim Ablesen eines analogen Thermometers haben und dann schnell frustriert sind, weil die Methode nicht funktioniert. In solch einem Fall einfach auf ein digitales umsteigen. Dann aber auch den nächsten, wichtigen Punkt beachten!

2. Fehler, der bei natürlicher Verhütung gemacht wird: Nicht runden

Ich bekomme immer wieder Temperaturkurven zugeschickt, bei denen krumme Werte stehen, also zum Beispiel 36,63 oder 37,12 Grad. Hier wurde eine der Basic-Regeln der symptothermalen Methode schlicht und einfach ignoriert: das Runden der Temperaturwerte. Ich glaube, dass es einigen Frauen zu ungenau erscheint und sie daher lieber die exakten Werte verwenden. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall:

Die symptothermale Methode wurde anhand eines analogen Thermometers entwickelt. An ihm lassen sich keine krummen Werte wie 36,44 Grad ablesen. Daher wurde entweder auf- oder abgerundet, und zwar auf die nächste 0,05er-Stelle. Heute sind verstärkt digitale Thermometer im Einsatz. Daher müssen die angezeigten Werte nun analog zum analogen Thermometer gerundet werden. Das ist das korrekte, wissenschaftliche Vorgehen bei der Methode. Alles andere ist falsch.

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Einige Apps, wie myNFP übernehmen netterweise das Runden für Euch. Andere, wie OvuView jedoch nicht. Bei dieser App ist es zudem immens wichtig, die Thermometer-Präzision zunächst auf 0,05 Grad zu stellen. Zu dieser App wird es demnächst einen ausführlichen Bericht hier auf dem Blog geben.

3. Fehler, der bei natürlicher Verhütung gemacht wird: Messen nach dem Aufstehen

Es gibt so viele liebe Ladies da draußen, die aus Rücksicht auf ihren neben ihnen schlafenden Partner  kurz aus dem Zimmer schleichen, vor der Tür ihre Temperatur messen – was zumindest bei einem digitalen Thermometer und Verhütungscomputer mit ein paar Geräuschen einhergeht – und sich dann wieder hinlegen. Andere eilen morgens zunächst zu ihrem Kind und messen unmittelbar, nachdem sie sich wieder kurz hingelegt haben. Ihr ahnt es schon: beides falsch.

Bei der symptothermalen Methode messen wir nämlich unsere Basaltemperatur. Diese stellt sich während der Schlafphase ein und kann ausschließlich kurz nach dem Aufwachen und noch VOR dem Aufstehen korrekt erfasst werden. Sobald Ihr Euren Kreislauf in Schwung bringt, steigt Eure Körpertemperatur wieder an und verlässt das Temperaturminimum. Es gilt daher folgendes: VOR der Messung muss der Körper mindestens 1 Stunde geruht haben. Solltet Ihr also aus welchen Gründen auch immer aus dem Bett müssen, ohne voher die Gelegenheit zu haben zu messen, müsst Ihr Euch wieder für mindestens 1 Stunde hinlegen. Ist das nicht möglich, muss der Temperaturwert an diesem Morgen leider entfallen. Tragt bitte keine Temperaturwerte ein, die erst nach dem Aufstehen gemessen wurden. Sie verfälschen Eure Temperaturkurve immens.

Wer seinen Partner nicht wecken will, dem empfehle ich das Geratherm basal digital, das relativ leise Piepstöne von sich gibt, oder das analoge Geratherm Basal, das überhaupt nicht piepst.

4. Fehler, der bei natürlicher Verhütung gemacht wird: Störfaktor nicht beachtet

„Ich habe bei Fieber gemessen, und bin nun schwanger.“ Solche und ähnliche Aussagen habe ich schon häufig in den sozialen Netzwerken gelesen. Ich selbst weiß, wie schwierig Störfaktoren gerade anfangs zu identifizieren sind, dennoch gehören auch sie zur Methode und der Umgang mit ihnen muss erlernt werden. Im Zweifel rate ich immer dazu, die Messung ausfallen zu lassen oder auszuklammern. Ihr sollt Euch natürlich nicht Eure Temperaturkurve schön klammern, damit sie gut auswertbar ist. Aber eben Achtsamkeit an den Tag legen und genau überlegen, ob die Umstände an jenem Morgen „normal“ sind, oder man sich anders als sonst fühlt, zum Beispiel verkatert, erkältet, unwohl, extrem müde etc.

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Unverständnis habe ich für Frauen, die das Wort „Störfaktor“ zum ersten Mal hören, NACHDEM sie mit der Methode begonnen haben. Das ist in meinen Augen verantwortungslos und führt entsprechend zu Auswertungsfehlern oder sogar einer ungewollten Schwangerschaft.

5. Fehler, der bei natürlicher Verhütung gemacht wird: Fruchtbarkeit ignoriert

In vielen Foren und Facebook-Gruppen sind Frauen auf der Suche nach einer sicheren Verhütungsmethode. Es wird dann oft die Frage gestellt: „Ist schon mal jemand mit dem Verhütungscomputer XY ungewollt schwanger geworden?“. Selbstverständlich lässt sich immer jemand finden, der mit einer bestimmten Verhütungsmethode schwanger geworden ist, schließlich gibt es keine 100-prozentige Sicherheit. So lauten also auch die Antworten hin und wieder „Ja, ich, hier!“

Wenn ich dann jedoch genauer nachfrage, wie die Schwangerschaft entstanden ist, also ob der Verhütungscomputer tatsächlich fälschlicherweise „grün“ angezeigt hat, also freigegeben hat, obwohl noch Fruchtbarkeit angenommen werden musste, kommt als Antwort oft zurück: „Nein, wir haben an einem roten/fruchtbaren Tag ungeschützten Sex gehabt“. Gut, da muss man sich dann natürlich nicht wundern. Höchstens über so viel, pardon, ich kann nicht anders: Dummheit.

6. Fehler, der bei natürlicher Verhütung gemacht wird: Methode nicht erlernt

Dieser Punkt könnte genauso gut an erster Stelle stehen, weil mit ihm alles steht oder fällt. Und ich erachte es eigentlich auch als selbstverständlich, sich gründlich mit der Methode und ihren Regeln zu beschäftigen, BEVOR man mit ihr anfängt. Leider sehen das nicht alle so. Einer Dame habe ich mal einen Link zu meiner Website geschickt, ganze 18 Minuten später schrieb sie zurück, sie hätte sich nun alles genau durchgelesen, und sei startklar.

Auch beim Lesen von Posts und Kommentaren bei Facebook und Co merke ich immer wieder, wie wenig sich vorab mit der symptothermalen Methode beschäftigt wurde – oder sogar teilweise gar nicht. Da haben Frauen dann einfach mal angefangen ihre Temperatur zu messen, sich dafür natürlich kein geeignetes Thermometer gekauft, die Werte ungerundet und einstellig in ihre völlig ungeeignete App eingetragen und sich dann gewundert, warum das ganze a) nicht funktioniert oder b) sie nun einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand halten.

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Ich sage nicht, dass Ihr wochenlang über dem Erlernen der Methode brüten und schwitzen sollt, behaupte aber dass selbst nach meinem nur 30-minütigen Videokurs immer noch offene Fragen bestehen und die einzelnen Regeln zunächst verinnerlicht und ein paar Mal aufgefrischt werden müssen, bevor es ans Eingemachte geht. Man kann es also drehen und wenden, wie man will: In 18 Minuten lässt sich die symptothermale Methode ganz sicher nicht vollständig erlernen.

7. Fehler, der bei natürlicher Verhütung gemacht wird: Falsche App

Apps gibt es wie Sand am Meer, und auch jene, die sich mit unserem Körper befassen erfreuen sich großer Beliebtheit. Dabei muss jedoch klar zwischen reinen Menstruationskalendern und „echten“ Verhütungsapps unterschieden werden. Erstere basieren auf der Kalendermethode, über die ich hier schon geschrieben habe. Sie ist äußerst unsicher und überhaupt nicht empfehlenswert. Zweitere ziehen die symptothermale Methode heran und werten auch anhand dieser aus. Von diesen Apps gibt es nur zirka zwei Hand voll, die Auswahl ist also gar nicht soooo groß. Und auch wenn Ihr Euch für eine entschieden habt, solltet Ihr zunächst die Einstellungen überprüfen: Das ist vor allem bei OvuView wichtig, da die App sonst nach vielen verschiedenen, natürlichen Verhütungsmethoden auswertet und nicht nur nach der uns bekannten symptothermalen Methode.

In diesem Artikel könnt Ihr näheres über Zyklusapps erfahren.

8. Fehler, der bei natürlicher Verhütung gemacht wird: Gebrauchsanleitung nicht gelesen

Ein Verhütungscomputer ist einfach zu bedienen, schnell, zuverlässig und erleichtert Euch natürliche Verhütung um einiges. Wer sich einen kauft, sollte jedoch trotzdem die Gebrauchsanleitung gründlich lesen und verstehen, bevor mit der Messung begonnen wird. Auch hier passieren nämlich Fehler: Beim myWay muss der Zyklus zum Beispiel zunächst gestartet werden, was einige Frauen einfach überlesen. Bei der daysy muss die Periode an jedem Tag, und nicht nur am 1. Zyklustag, eingegben werden, was ebenfalls manchmal nicht befolgt wird. Auch dass die Abbruchblutung nach dem Absetzen der Pille bei beiden Computern nicht erfasst werden darf, ignorieren manche Frauen.

Bitte setzt Euch trotz der supertollen Technik mit der Methode auseinander und beschäftigt Euch zunächst mit den Funktionen und der Bedienung des jeweiligen Computers. Andernfalls kann es auch hier zu groben Anwenderfehlern und ungewollten Schwangerschaften kommen.

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9. Fehler, der bei natürlicher Verhütung gemacht wird: Thermometer- und Messort-Wechsel

Eine Grundregel der symptothermalen Methode lautet, dass weder der Messort noch das Thermometer während eines Zyklus gewechselt werden dürfen. Ersteres, weil die möglichen Messorte (oral, vaginal, rektal) unterschiedlich warm sind, Zweiteres weil jedes Thermometer anders geeicht ist. Ein Zyklus sollte am besten auch mit schwacher Batterieleistung noch zu Ende gemessen und erst anschließend ein Batteriewechsel vorgenommen werden. Denn es kann vorkommen, dass die Genauikeit unter einem solchen Wechsel leidet.

10. Fehler, der bei natürlicher Verhütung gemacht wird: Pille nicht abgesetzt

Mir war es lange Zeit überhaupt nicht bewusst: Aber nicht alle Frauen wissen, dass natürliche Verhütung nur ohne Pille funktioniert. Weder Eure Basaltemperatur noch der Zervixschleim können regelkonform beobachtet und ausgewertet werden, wenn Ihr Eurem Körper künstliche Hormone zuführt. Daher ist es unausweichlich, zunächst die Pille abzusetzen und erst dann mit der symptothermalen Methode zu beginnen. Beachtet dann bitte die Post-Pill-Regeln.

11. Fehler, der bei natürlicher Verhütung gemacht wird: Zu kurz gemessen

Es gibt zwar viele gute digitale Thermometer, die speziell zur Zykluskontrolle bestimmt sind, dennoch erfüllen sie eine immens wichtige Voraussetzung der symptothermalen Methode nicht: die Messdauer von 3 Minuten. Sollte Dein Thermometer also schon vorher piepsen, miss bitte in jedem Fall weiter bis mindestens 3 Minuten erreicht sind. Du wirst sehen – die Temperatur ändert sich trotz des Pieptons. Auch mit einem analogen Thermometer musst Du selbstverständlich die Messdauer von mindestens 3 Minuten einhalten.

Fallen Dir noch weitere Fehler ein, die bei natürlicher Verhütung gemacht werden? Erzähl uns davon in den Kommentaren!

 

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Comments

  1. Ronja says

    Hallo!
    Ich habe vor 2 Jahren mit dieser Methode erst verhütet und dann mein Kind bekommen.
    Nun sehe ich mich mit Kleinkind jedoch dem Problem bei Fehler 3 ausgesetzt:
    Ich bin nachts oder frühmorgens öfter mal auf den Beinen um mein Kind zu versorgen/trösten/etc.
    Kann ich dann jedesmal meine Messung vergessen?
    Ist diese Methode gar nur für Frauen mit durchschlafenden Kindern geeignet?
    Danke für deine ausführliche Seite!
    Gruß von Ronja

    • maggie_m says

      Liebe Ronja,

      danke, freut mich, dass Dir meine Seite gefällt.

      Zu Deinen Fragen: Nein, es ist grundsätzlich nicht so, dass die Methode nur für Frauen mit durchschlafenden Kindern geeignet ist. Viel mehr kommt es auf den Einzelfall an: Ob und in wie weit Deine Temperatur nach einer unruhigen Nacht, in der Du viel auf den Beinen bist, gestört ist, ist von Frau zu Frau verschieden und daher gibt es nur eine einzige Möglichkeit, das herauszufinden: ausprobieren. Am besten mit einem Thermometer und einer App oder einem Kurvenblatt. So siehst Du ganz genau, wie sich Deine Temperatur an einem Morgen nach einer solchen Nacht verhält.

      Wichtig wäre allerdings, in der „Testphase“ durchgehend zu verhüten.

      Die offizielle Regel lautet übrigens nur, dass vor der Messung mindestens 1 Stunde geruht werden muss. Es ist also durchaus möglich, trotz nicht durchschlafender Kinder erfolgreich symptothermal zu verhüten, sollte aber wie gesagt zunächst getestet werden.

      Ich wünsche Dir viel Erfolg!
      Alles Liebe

      Maggie

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