Beides kombinieren

Temperatur Schleim kombinieren

Kombiniere Temperaturmethode und Schleimmethode!

Du hast nun Deine Temperatur gemessen und ausgewertet, Deinen Schleim beobachtet und ebenfalls ausgewertet. Höchste Zeit, beides in einen logischen Zusammenhang zu bringen und damit die symptothermale Methode abzuschließen.



In diesem Abschnitt lernst Du:


★ Warum Du Temperaturmethode und Zervixschleimmethode kombinieren musst
★ Ab wann Du als nicht fruchtbar giltst und nicht mehr verhüten musst
★ Wie es sich mit der eventuell fruchtbaren Zeit am Zyklusanfang verhält
★ Was die Minus-8-Regel ist
★ Wie es nun weitergeht


Die symptothermale Methode ist gerade deshalb so sicher, weil sie zwei Methoden kombiniert. Du solltest Dich also nicht nur jeweils auf Deine Temperatur- oder Zervixschleimauswertung verlassen, sondern beide in einen zeitlichen Zusammenhang bringen.


Du wirst ohnehin schnell feststellen, dass die 1. höhere Messung und Dein Schleimhöhepunkt oft am gleichen Tag oder nur mit geringer Differenz stattfinden.

Dein Zyklus gilt als ausgewertet, wenn sowohl Deine Temperatur- als auch Schleimauswertung abgeschlossen ist:


Bildschirmfoto 2015-07-15 um 14.36.48

In unserem Beispiel giltst Du ab dem Abend des 20. Tages als nicht fruchtbar und musst in diesem Zyklus nicht mehr verhüten.


Nicht immer sind Temperatur- und Schleimauswertung jedoch am gleichen Tag/Abend abgeschlossen. Dann darfst Du Dir erst ab dem Abend „frei“ geben, an dem die letzte Auswertung abgeschlossen wurde:


Bildschirmfoto 2015-07-15 um 14.41.39

Bei diesem Beispiel siehst Du, dass die Temperaturauswertung zwar schon an Tag 20 abgeschlossen war, die Schleimbeobachtung aber noch nicht. Da dies erst an Tag 21 der Fall ist, darfst Du Dir erst ab diesem Abend grünes Licht geben.


Hier noch ein Beispiel:


Bildschirmfoto 2015-07-15 um 14.50.36

Die Schleimauswertung war bereits an Tag 19 abgeschlossen. Die Temperaturauswertung jedoch nicht – der 3. höhere Wert liegt zwar über der Hilfslinie, aber nicht mindestens 0,2 sondern nur 0,1 Grad. Hier greift also Ausnahmeregel 1, die besagt, dass ein 4. Wert abgewartet werden muss, der mindestens über der Hilfslinie liegen muss. Das ist an Tag 21 der Fall. Somit ist der Zyklus am Abend des 21. Tages abgeschlossen. Ab diesem Zeitpunkt bräuchtest Du nicht mehr zu verhüten.


Diese Auswertungen übernehmen natürlich App oder Verhütungscomputer für Dich. Ich halte es dennoch für sehr wichtig, die Methode mit ihren Regeln zu kennen.

Sobald Deine Temperatur- und Schleimauswertung abgeschlossen sind, musst Du in diesem Zyklus nicht mehr verhüten. Das gilt bis zum einschließlich 5. Tag des neuen Zyklus, der mit dem ersten Tag Deiner Periode beginnt. Solltest Du innerhalb dieser 5 Tage jedoch Zervixschleim der Qualität f, S oder S+ feststellen, giltst Du ab da als fruchtbar.


Wenn Du mit natürlicher Verhütung anfängst, darfst Du diese 5-Tage-Regel erst im 2. Zyklus anwenden. Denn man kann ja nicht wissen, ob im letzten Zyklus ein Eisprung stattfand, da Du diesen noch nicht bestimmt hast. Mehr zur (unfruchtbaren) Zeit am Zyklusanfang hier.

Nach jedem erfolgreich ausgewerteten Zyklus (d.h. es muss eine 1. hM identifiziert und verifiziert worden sein + die Schleimauswertung muss abgeschlossen sein) darfst Du Dir im nächsten Zyklus die ersten 5 Tage „frei“ geben und musst auch dann nicht verhüten. Diese 5 Tage kannst Du nach einiger Zeit ausdehnen:


Wenn Du 12 Zyklen erfolgreich beobachtet und ausgewertet hast und in jedem dieser Zyklen eine 1. hM feststellen konntest, darfst Du die Minus-8-Regel anwenden. Sie besagt, dass Du 8 Tage von der frühesten 1. hM, die Du je hattest, abziehen kannst und so die unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang erhältst.


Ein Beispiel: Du hast 12 Zyklen ausgewertet und siehst, dass die früheste 1. hM dieser 12 Zyklen auf den 14. Tag fällt. Nun rechnest Du also 14 minus 8 und erhältst 6. Damit bist Du also bis zum einschließlich 6. Tag Deines Zyklus unfruchtbar, vorrausgesezt Du stellst keinen Schleim der Kategorie f, S oder S+ fest. Sobald Du diesen beobachtest, giltst Du als fruchtbar.


Aber Achtung: Diese Regel gilt auch umgekehrt. Sollte Deine früheste 1. hM am 12. Tag gewesen sein, gelten ab sofort nur noch die ersten 4 Tage am Zyklusanfang als nicht fruchtbar (12-8=4). Das gilt sogar schon bei weniger als 12 ausgewerteten Zyklen (Buuuh!).


Diese Berechnungen übernehmen natürlich auch wieder Verhütungs-App und Verhütungscomputer für Euch. Die Minus-8-Regel ist jedoch sehr umstritten, da sie voraussetzt, dass man sein Leben lang die früheste 1. höhere Messung „behält“. Wenn Du mehr darüber lesen willst, klick hier und dann auf den vierten Menüpunkt „Diskussion“.


Ich selbst wende diese Regel daher nur bedingt an: Meine früheste 1. höhere Messung war an Tag 11, was also bedeuten würde, dass ich nur die ersten 3 Tage am Zyklusanfang als unfruchtbar gelte (11-8=3). Da meine 1. hM aber ansonsten immer später war, außer eben dieses eine Mal, halte ich es für vertretbar mir weiterhin die ersten 5 Tage „frei“ zu nehmen. Bitte bedenkt, dass ich schon drei Jahre natürlich verhüte und in dieser Zeit ein starkes Gefühl für meinen Körper und die Vorgänge in ihm entwickelt habe. Als Anfängerin solltest Du Dich strikt an die Regeln halten und mit dem abgleichen, was Dir App und Computer berechnen. Im Zweifel lieber einen Tag länger verhüten als eine ungewollte Schwangerschaft riskieren! Mehr zur (unfruchtbaren) Zeit am Zyklusanfang hier.


… hast Du es geschafft! Glückwunsch.


Ich weiß, es ist alles sehr viel auf einmal und verwirrt Dich sicherlich. Aber das ist ganz normal. Mach Dir keinen Kopf und gehe die Sache Schritt für Schritt an: Kauf Dir einen Verhütungscomputer oder ein Thermometer plus Verhütungs-App, miss täglich Deine Temperatur, beobachte Deinen Schleim. Notier Dir alles ganz genau und warte einfach ein, zwei Zyklen ab. Du wirst sehen, wie schnell und einfach Du Deinen Eisprung erkennst und Dich immer sicherer mit der Methode fühlst.


Als Anfängerin gebe ich Dir noch den Rat, im ersten Zyklus durchgehend zu verhüten. Sicher ist sicher.


Solltest Du noch Fragen haben, schau in den FAQ vorbei oder nimm Kontakt auf. Schau Dir auch unbedingt diesen Artikel an, der die häufigsten Fehler bei natürlicher Verhütung beschreibt.



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