Kann ich das Ava Armband weiterempfehlen?

Ava Armband

Zwei Monate lang habe ich das Ava Armband* für Euch getestet. Und möchte gleich vorab das Wichtigste klar stellen: Es handelt sich dabei um einen Zyklustracker, der ausschließlich dafür verwendet werden kann, eine Schwangerschaft gezielt zu planen – nicht aber zur Verhütung. Jetzt aber zum Wesentlichen, meinem ausführlichen Testbericht (der wie immer ganz ehrlich ist, trotz Gratisgerät):

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Wie funktionert das Ava Armband?

Das Ava Armband ist mit Sensoren ausgestattet. Es wird nachts am nicht dominanten Handgelenk getragen (also Rechtshändler links und Linkshändler rechts) und misst neun verschiedene Parameter, die die fruchtbaren Tage mit einer Genauigkeit von 89 Prozent auf durchschnittlich 5,3 pro Zyklus eingrenzen. Zu den Parametern gehören:

  • Ruhepuls

  • Hauttemperatur

  • Herzfrequenzvariabilität (HRV)

  • Schlafqualität

  • Durchblutung

  • Atemfrequenz

  • Bewegung

  • Wärmeverlust

  • Bioimpedanz

Am nächsten Morgen wird Ava mit der dazugehörigen App per Bluetooth synchronisiert. Dort angezeigt werden Euch vier der neun Parameter: Ruhepuls, Hauttemperatur, HRV-Verhältnis und Schlafdauer. Um Euch Daten liefern zu können, sind mindestens vier Stunden Schlaf am Stück erforderlich – bei mir hat es nur ein mal nicht geklappt, was ich trotz Baby echt richtig gut finde.

Wie komfortabel ist das Ava Armband?

170316_Ava_iPhone_App_ChartsIch war sehr skeptisch, und dachte, dass mich das Armband beim schlafen bestimmt stören würde. Doch ich wurde positiv überrascht, schon in der ersten Nacht merkte ich kaum etwas davon. Das Armband ist angenehm weich und flexibel, aus medizinischem Silikon und wird mit einem Druckverschluss verschlossen, der mehrere Stufen ermöglicht. Ich würde Euch empfehlen, es recht eng ums Handgelenk zu tragen, denn ansonsten kann es passieren, dass das grüne Licht des Sensors hervorscheint und grell ins Zimmer leuchtet.

So bequem ich das Armband auch fand – ich habe nach der ersten fruchtbaren Phase mit dem Tragen bis zum Einsetzen des nächsten Zyklus pausiert. Wer seinen Zyklus aber von A bis Z tracken möchte, der sollte es durchgehend tragen.

Eine Sache hat mich jedoch tatsächlich gestört: Dass die Datenübertragung an die App nur funktioniert, wenn das Armband aufgeladen wird (per USB am Laptop zum Beispiel). Dann leuchtet ein blaues Licht am Sensor und Ihr müsst die Ava App auf Eurem Handy aufrufen. Hier würde ich mir eine einfachere Lösung wünschen. Das Laden ist übrigens jeden Morgen bzw. Tag notwendig, das Armband schafft leider keine zwei Nächte hintereinander. Auch hier wäre Nachbesserung schön, denn so könnte man es einfach zwei oder drei Nächte im Bett liegen lassen und erst geballt synchroniseren.

Das Design der Ava App:

Ava Armband

Die Startseite der App: sehr hübsch. Aber die maximale Fruchtbarkeit könnte deutlicher hervorgehoben werden

Nicht nur das Armband selbst, auch die App hat ein sehr schönes, schlichtes Design. Nach dem Laden nehmt Ihr ein paar Grundeinstellungen vor, zum Beispiel ob Ihr gezielt schwanger werden oder lediglich Euren Zyklus tracken möchtet. Für die Auswertung spielt diese Auswahl keine Rolle.

Die Startseite der Ava App zeigt Euch Euren aktuellen Zyklustag, die Zyklusphase (Follikel- oder Lutealphase), Euren Fruchtbarkeitsstatus (gering, hoch, maximal) sowie eine Wochenvorschau an. Ich finde die Startseite sehr übersichlich, fände es jedoch besser, die hohe und vor allem maximale Fruchtbarkeit mehr hervorzuheben. Sie ist momentan nur durch einen Farbwechsel des Icons gekennzeichnet, den ich aber erst auf den zweiten Blick erkannt habe.

Über das Pluszeichen in der unteren Leiste kommt Ihr zur Eingabe Eurer Periode – praktisch, dass auch Spotting, also Schmierblutungen vermerkt werden können sowie auch unterschiedliche Blutungsstärken. Hier könnt Ihr außerdem eingeben, wenn Ihr Sex hattet.

Ava Armband

Die Monatsansicht der Ava App ist übersichtlich, jedoch finde ich die Icons nicht eindeutig genug zugewiesen (der Eisprung war nicht am 3. sondern 10. Mai)

Von der Startseite aus gelangt Ihr zu einer Monatsansicht, die mir ebenfalls gut gefallen hat. Allerdings finde ich es etwas verwirrend, dass das Icon für den Eisprung und die Menstruation über dem entsprechenden Tag eingezeichnet ist und nicht darunter. Hier kam es bei mir oft zu Verwechslungen (Waaas, wieso bekomme ich morgen schon meine Tage?!). Daher würde ich mir ein wenig mehr Eindeutigkeit wünschen (vielleicht bin ich aber auch die Einzige, die es nicht kapiert).

Die Auswertung vom Ava Armband:

Über das Herz-Icon auf der Startseite kommt Ihr zu Euren vier Parameter-Kurven: Die Anzeige erfolgt nicht Monats- sondern Zyklusweise, was zunächst gewöhnungsbedürftig, aber durchaus logisch ist. Mit den Pfeilen oben könnt Ihr vor oder zurück blättern. Ich muss gestehen, dass ich persönlich mit den Kurven nicht so viel anfangen konnte und mich eigentlich nur meine Schlafdauer und die Hauttemperatur interessiert haben. Genau wie bei der Basaltemperatur ist diese übrigens nach dem Eisprung erhöht. Ich habe gelesen, dass sie bei einer Schwangerschaft ebenfalls nicht mehr absinkt, gleiches gilt für den Ruhepuls.

Die Ava App hat mir im 1. Testzyklus sechs fruchtbare Tage angezeigt (je drei davon hohe und maximale Fruchtbarkeit), im 2. dann nur noch fünf (zwei hoch, drei maximal). Im 1. Zyklus ist die Anzeige der fruchtbaren Tage exakt mit meiner Beobachtung des Zervixschleims zusammen gefallen: Am 10. Zyklustag habe ich erstmals Schleim der Kategorie S beobachtet, und Ava mir erstmals „Hohe Fruchtbarkeit“ angezeigt. Super! Im 2. Zyklus jedoch wurde mir am 16. Zyklustag schon „Geringe Fruchtbarkeit“ attestiert, obwohl Zervixschleim der besten Kategorie S+ vorlag (ANMERKUNG: Die App unterstützt keine Zervixschleimeingabe, der Zusammenhang beruht nur auf meinen eigenen Beobachtungen).

Zur besseren Vergleichbarkeit kommen hier außerdem die Eisprung-Daten der App Natural Cycles und die der daysy: Ava hat mir in den beiden Testzyklen je am 15. April und 10. Mai meinen Eispurng angezeigt, Natural Cycles am 16. April und 13. Mai und die daysy am 13. April und am 9. Mai. Drei Geräte, drei Meinungen also. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen, denn erfahrungsgemäß ist der exakte Zeitpunkt des Eisprungs nur sehr schwierig zu bestimmen, Ava aber trackt Eure Fruchtbarkeit in Echtzeit, und erkennt die fruchtbaren Tage sehr früh.

Mein Fazit zum Ava Armband:

Ava Armband 2Mir hat das Ava Armband richtig gut gefallen. Ich fand es komfortabel und die dazugehörige App sehr hübsch und benutzerfreundlich. Einige Kleinigkeiten könnten sicherlich noch verbessert werden, aber ich kann das Ava Armband dennoch guten Gewissens uneingeschränkt weitermempfehlen für Frauen, die einen Kinderwunsch und keine Lust haben, sich mit der Temperaturmessmethode, ihrem Zervixschleim oder LH-Tests zu befassen. Hier bietet Ava wirklich eine tolle Alternative, wird es doch einfach nur nachts angelegt und fertig! Ich selbst werde es sicher wieder hervorkramen, sobald es an die weitere Familienplanung geht. Zum Abschluss noch meine persönliche Pro- und Contra-Liste:

Vorteile Ava Armband:

  • komfortabel zu tragen

  • einfache, intuitive Bedienung

  • Keine Messung der Temperatur, Beobachtung des Zervixschleims und/oder LH-Tests erforderlich

  • zeigt 5-6 fruchtbare Tage pro Zyklus an und unterteilt diese in hohe und maximale Fruchtbarkeit

  • schöne, übersichtliche App

Nachteile Ava Armband:

  • Datentransfer nur beim Ladevorgang möglich

  • tägliches Aufladen erforderlich

  • ein paar Kleinigkeiten könnten in der App überarbeitet werden (hohe und maximale Fruchtbarkeit mehr hervorheben, Icon für Eisprung und Periode eindeutiger in der Monatsansicht zuweisen)

  • hohe Anschaffungskosten (249 Euro, mit dem Code WATL 20 Euro sparen)

 

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